Osterurlaub in Corona-Zeiten? Kretschmer spricht unbequeme "Wahrheit" aus

Dresden - Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU) ist in Coronavirus-Zeiten ein besonders gefragter Mann. Der CDU-Politiker macht im Gespräch mit Bild am Sonntag wenig Hoffnung auf Reisen zu Ostern.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU) betont, dass Gaststätten und Hotels in Sachsen auch über Ostern geschlossen bleiben werden.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU) betont, dass Gaststätten und Hotels in Sachsen auch über Ostern geschlossen bleiben werden.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

"Ich bin dafür, Wahrheiten auszusprechen. Osterurlaub in Deutschland kann es dieses Jahr leider nicht geben. Zu große Mobilität etwa durch Reiseverkehr und Tourismus bereits im April ist Gift. Wir würden alles zerstören, was wir seit Mitte Dezember erreicht haben", so Kretschmer im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin.

Der 45-Jährige fügte hinzu, dass eine Rückkehr zur Normalität sehr wahrscheinlich eine Explosion der Infektionszahlen nach sich ziehen würde, was eine dritte Welle bedeuten könnte, die unbedingt vermieden werden müsse.

Michael Kretschmer wurde auch zur Lockdown-Verlängerung befragt. Diese sei zunächst bis zum 7. März beschlossen worden. Ob sich die Deutschen auf einen Lockdown bis Ostern einstellen müssten?

"Nicht in allen Bereichen", entgegnet Kretschmer, der findet, dass Lockerungen "vorsichtig" und "Schritt für Schritt" erfolgen müssten.

Der sächsische Ministerpräsident betont, dass in Sachsen Gaststätten und Hotels auch über Ostern geschlossen bleiben und auch Kultureinrichtungen wie Opernhäuser oder Theater den Regelbetrieb erst nach Ostern wieder aufnehmen könnten.

Wer kann nach der Öffnung der Friseure mit Lockerungen rechnen?

Zudem wurde Kretschmer befragt, wer nach der beschlossenen Öffnung der Friseure zum 1. März als nächstes mit Lockerungen rechnen könne. Hier denkt der MP als erstes an den Einzelhandel, hat aber auch die Kultur im Blick. Angesprochen auf mögliche Staus wegen der Grenzkontrollen zur Tschechischen Republik, macht der CDU-Mann deutlich, wie notwendig diese seien.

"Für einen wirksamen Schutz müssen wir auch Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen", stellt Kretschmer angesichts mancher Regionen in der Tschechischen Republik, die eine Inzidenz von 1000 hätten, klar.

Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

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