Polizei sucht fünf Stunden lang nach Vermisstem: Dann kommt es zu einer Überraschung

Weißwasser (Oberlausitz) - Im Film geht so etwas schnell, im wahren Leben sieht manches doch noch etwas komplizierter aus. Zwar konnten Polizeibeamte am Dienstag das Handy eines Vermissten (56) bei Weißwasser in der Oberlausitz orten, dennoch gestaltete sich die Suche nach dem Mann zäh.

Die Polizei wurde bei der Suche von einem Hubschrauber-Team unterstützt (Symbolbild).
Die Polizei wurde bei der Suche von einem Hubschrauber-Team unterstützt (Symbolbild).  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Gut fünf Stunden lang suchten Polizisten des örtlichen Reviers ein Waldgebiet an der Waldeisenbahn ab.

Eine Bekannte hatte den 56-Jährigen am Nachmittag gegen 16.30 Uhr als vermisst gemeldet, nachdem sie kurz zuvor den Kontakt zu ihm verloren hatte.

Die Gesetzeshüter machten sich auf den Weg und bekamen Unterstützung von einem Polizeihubschrauber, der über dem Waldgebiet kreiste.

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Außerdem halfen ihnen Beamte des Landeskriminalamtes, die das Handy des Vermissten orteten.

Mehrere Streifen durchkämmten stundenlang den Wald, als der Knoten erst kurz vor 22 Uhr platzte. Uniformierte aus Weißwasser und ihre Kollegen des Landeskriminalamtes entdeckten den Vermissten dort schließlich.

Wie sich herausstellte, befand sich der Mann zu jenem Zeitpunkt tatsächlich in keinem guten Zustand. Rettungskräfte brachten ihn daher in ein Krankenhaus.

Dann kam es für die Beamten noch zu einer Überraschung.

Polizisten müssen am Ende die Klinik bewachen

Die Ordnungshüter ermittelten, dass gegen den Mann gleich zwei offene Haftbefehle vorlagen! Der hatte nämlich ausstehende Geldstrafen nicht beglichen.

Für die Beamten hatte sich die Suche nach dem Vermissten schlussendlich also doppelt ausgezahlt. So schrieben sie am Mittwochnachmittag auf der offiziellen Twitter-Seite der Polizei Sachsen: "Eine erfolgreiche Vermisstensuche bei #Weißwasser führte nach Auffinden des Mannes auch zur Vollstreckung zweier Haftbefehle."

Somit blieb der neue Patient nicht lange allein im Krankenhaus, sondern bekam Gesellschaft von seinen "Rettern". Die Gesetzeshüter übernehmen nämlich die Bewachung der Klinik - bis zu dessen Genesung.

Titelfoto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

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