"Regelmäßiges Stoßlüften" und "Abstandsgebot": Gewerkschaft entsetzt über Schutzmaßnahmen für Polizisten

Dresden - Es war keine Kritik, es war eine Anklage. Vor einer Woche veröffentlichte die Deutsche Polizeigewerkschaft in Sachsen (DPolG) einen Katalog mit Vorwürfen an die Staatsregierung (TAG24 berichtete). 

Roland Wöller (49, CDU).
Roland Wöller (49, CDU).  © DPA/Robert Michael

Kern: In Sachen Schutz werden die Beamten allein gelassen, so Landesvorsitzende Cathleen Martin (47). Nun hat das Ministerium auf Anfrage ausführlich reagiert.

So schrieb Martin, dass Kolleginnen wegen geschlossener Notbetreuungen nicht wissen, wo sie ihre Kinder unterbringen sollen. "Entsprechende Fälle sind hierzu nicht bekannt. Nach hiesigem Sachstand sind in den Notbetreuungseinrichtungen ausreichend Plätze vorhanden", so das Ministerium (SMI) von Roland Wöller (49, CDU).

Martin weiter: Ebenso schlecht sei es ums Home-Office bestellt. Das SMI verweist auf die Funktions- und Einsatzfähigkeit, die gewährleistet bleiben müsse. 

Noch härter ging die DPolG mit dem SMI wegen "veralteter bzw. fehlender Schutzausrüstung des Streifendienstes" ins Gericht. Schutzanzüge seien seit 2016 verfallen, neue nicht vorhanden. Ebenso wenig Masken. 

"In den Streifenwagen liegen zwei Masken, die von allen Nutzern des Fahrzeuges genutzt werden sollen", so Martin.

Gerade in Zeiten der Corona-Krise ist die Präsenz der Polizei gefragt. Hier ein Einsatz in der Dresdner Neustadt.
Gerade in Zeiten der Corona-Krise ist die Präsenz der Polizei gefragt. Hier ein Einsatz in der Dresdner Neustadt.  © Thomas Türpe

Darauf antwortete das SMI mit einer frisch erarbeiteten "Handlungsanweisung". Diese reicht von einer Empfehlung für "regelmäßiges Stoßlüften" über den Hinweis auf das Abstandsgebot bis hin zur Aussetzung des Rotationsprinzips bei Streifenbesatzungen.

Alle Infos im +++ Coronavirus-Liveticker +++

Titelfoto: dpa/Robert Michael, Thomas Türpe

Mehr zum Thema Sachsen:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0