Polizei verhindert AfD-Demo vor dem Privathaus der Gesundheitsministerin

Grimma - Knapp zwei Monate nachdem Corona-Kritiker mit Fackeln an ihrem Haus aufgetaucht waren, musste Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (63, SPD) schon wieder privat von der Polizei geschützt werden.

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (63, SPD) ist erneut bedroht worden – AfD-Politiker organisierten offenbar eine Demonstration vor ihrem Haus.
Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (63, SPD) ist erneut bedroht worden – AfD-Politiker organisierten offenbar eine Demonstration vor ihrem Haus.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Polizisten unterbanden am Mittwoch eine Demonstration der AfD vor ihrem Wohnhaus in Grimma, teilte das Sächsische Staatsministerium des Innern am Mittwoch mit.

Demnach waren der Landtagsabgeordnete Jörg Dornau (52) sowie ein weiteres AfD-Mitglied die Initiatoren der Kundgebung vor Köppings Wohnhaus. Ob sich weitere Personen anschlossen, war zunächst nicht bekannt.

Innenminister Roland Wöller (51, CDU) zeigte sich am Mittwoch erschüttert über die Aktion: "Nach dem heutigen Demonstrationsversuch zeigt sich einmal mehr, dass die AfD nicht davor zurückschreckt, Politikerinnen und Politiker gezielt einzuschüchtern und zu bedrohen." Es sei eine "rote Linie" überschritten worden.

Baustart für Ortsumfahrung Zittau: Lückenschluss im Dreiländereck
Sachsen Baustart für Ortsumfahrung Zittau: Lückenschluss im Dreiländereck

"Die AfD ist ein maßgeblicher Brandbeschleuniger der Radikalisierung und versucht unsere Demokratie von innen heraus zu zerstören. Dies werden wir nicht zulassen", so Wöller weiter. Er erwarte von Jörg Dornau eine Entschuldigung.

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (47, SPD) bezeichnete die AfD auf Twitter ebenfalls als "Brandbeschleuniger der Coronastimmung". Der Versuch, Köpping auf diese Weise einzuschüchtern, sei inakzeptabel und abscheulich.

Erst Anfang Dezember war die 63-Jährige in ihrem Zuhause bedroht worden. Damals kamen rund 30 Personen mit Fackeln und Trommeln vor ihrem Haus zusammen, um lautstark ihren Protest kundzutun.

Titelfoto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Mehr zum Thema Sachsen: