Rundfunkrat: Sorben dürfen endlich wieder mitfunken

Bautzen - Nach knapp drei Jahrzehnten erhalten die Sorben erstmals einen festen Platz im MDR-Rundfunkrat.

Der MDR macht Platz: In Kürze bekommen jetzt die Sorben einen festen Platz im Rundfunkrat. Domowina-Chef Dawid Statnik (38) ist erfreut über die Einladung.
Der MDR macht Platz: In Kürze bekommen jetzt die Sorben einen festen Platz im Rundfunkrat. Domowina-Chef Dawid Statnik (38) ist erfreut über die Einladung.  © Montage: dpa/Hendrik Schmidt, dpa/Miriam Schönbach

Der Dachverband Domowina (Bund Lausitzer Sorben) wurde aufgefordert, bis Ende September einen Vertreter für das Gremium zu benennen. "Es ist für uns wichtig, dass wir uns unabhängig von parteipolitischen Konstellationen mit eigener Stimme Gehör verschaffen können", so der Domowina-Vorsitzende Dawid Statnik (38).

Der Rundfunkrat hat etwa ein umfassendes Mitspracherecht in Programm-, Personal- oder Finanzfragen. Der Dachverband Domowina ist als gesetzlich anerkannte Interessenvertretung des sorbischen Volkes für die Benennung der Person verantwortlich.

Nach offiziellen Angaben gibt es etwa 60.000 Sorben und Wenden, von denen zwei Drittel in Sachsen leben.

Sommer sieht anders aus: Wetter in Sachsen bleibt auch in erster August-Woche trüb
Sachsen Sommer sieht anders aus: Wetter in Sachsen bleibt auch in erster August-Woche trüb

Derzeit sendet das MDR-Studio in Bautzen täglich ein vierstündiges Frühprogramm auf Obersorbisch. Einmal im Monat läuft sonnabends das halbstündige Fernsehmagazin "Wuhladko" ("Ausblick") mit Beiträgen aus Politik, Kultur und Wirtschaft. Jeden Sonntag wünscht das "Sandmännchen" den Kindern wahlweise auf Deutsch oder auf Sorbisch "Gute Nacht!".

Jeweils montags von 20 bis 22 Uhr ist das sorbische Radio-Jugendprogramm "Satkula" zu hören.

Wunsch vieler Sorben ist ein 24-Stunden/7-Tage-Rundfunk-Angebot in sorbischer Sprache im MDR.

Titelfoto: Montage: dpa/Hendrik Schmidt, dpa/Miriam Schönbach

Mehr zum Thema Sachsen: