Sachsen bereitet große Impfwelle vor: Was ändert sich im Kampf gegen Corona?

Dresden - Sachsen geht beim Kampf gegen Corona in die Vollen: Ab April sollen auch Haus- und Betriebsärzte massenweise impfen. Außerdem sollen alle Vogtländer ab 18 schon recht zeitnah einen Piks erhalten.

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD) geht in die Impf-Offensive.
Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD) geht in die Impf-Offensive.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

"Jeder Arzt, der impfen kann, soll ab April impfen. Wir brauchen alle!", so Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD) am Dienstag nach der wöchentlichen Sitzung der Landesregierung in Dresden.

Neben Haus- und Betriebsärzten sollen nach Möglichkeit bald auch Frauenärzte in das Impfregime eingebunden werden – sofern da wie dort die anderen Behandlungen darunter nicht leiden.

Wer wann dran ist, entscheiden die Ärzte nach Risikoeinstufung und Krankheitsbildern. Die Patienten würden entweder von ihrem Hausarzt angesprochen werden oder können diesen natürlich danach fragen.

Streiks im mitteldeutschen Einzelhandel bis zum Samstag ausgeweitet
Sachsen Streiks im mitteldeutschen Einzelhandel bis zum Samstag ausgeweitet

Ebenfalls in die Massenimpfungen ab April eingebunden werden sollen die Krankenhäuser.

Mit neuen Verordnungen will Sachsen noch in dieser Woche den grundsätzlichen Weg für die große Impfwelle frei machen.

Zwar wird im Freistaat bereits seit Ende Dezember gegen Corona geimpft, doch bislang "nur" in Alten- und Pflegeheimen sowie bei über 80-Jährigen und besonders gefährdeten Berufsgruppen wie Krankenhausmitarbeitern. Schuld für die Eingrenzung war bislang die Verfügbarkeit von ausreichend Impfdosen.

Das ändert sich jetzt. Mit AstraZeneca gibt es nun einen sehr gut wirksamen dritten Stoff, der in Kürze auch bei über 65-Jährigen angewendet werden darf, wenn diese einer Impfung grundsätzlich zustimmen.

Mehr Impfstoff für Regionen mit besonders hohen Infektionszahlen

Künftig sollen es in den sächsischen Impfzentren 20.000 Corona-Impfungen pro Tag geben.
Künftig sollen es in den sächsischen Impfzentren 20.000 Corona-Impfungen pro Tag geben.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Impfzwang besteht nach wie vor nicht. In wenigen Tagen soll das chronisch überlastete sächsische Impfportal für über 70-Jährige freigeschaltet werden.

Allein am Montag erhielt Sachsen 48.000 AstraZeneca-Dosen. Kommende Woche werden es weitere 12.000 sein. Diese Mengen (addiert mit den Stoffen von BionTech/Pfizer und Moderna) führen sogar zu Überkapazitäten.

Damit diese abgebaut werden, sollen in den Impfzentren ebenfalls zeitnah täglich 20.000 Dosen statt aktuell maximal 13.000 verabreicht werden.

Nach einem Staats-Deal auf höchster Ebene: Oppach erhält seinen Dorfteich aus Bayern zurück
Sachsen Nach einem Staats-Deal auf höchster Ebene: Oppach erhält seinen Dorfteich aus Bayern zurück

Bis zum Ende des zweiten Quartals kommen laut Köpping geplant 4,7 Millionen Impfdosen an. Sachsen hat rund vier Millionen Einwohner.

Und: Das Vogtland erhält extra Rationen. Denn dort werden vorgezogen bei Bedarf alle ab 18 geimpft, erklärte die Ministerin. Grund sind die besonders hohen Infektionszahlen, auch und vor allem mit der britischen Mutante.

Auch in Landkreisen mit einer 7-Tage-Inzidenz um 100 bekommen Sonderzuteilungen. Dort nämlich sollen alle Lehrer geimpft werden, wenn die Werte über den kritischen Punkt steigen.

Titelfoto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Mehr zum Thema Sachsen: