Keine Ausnahmen! Bei der Bon-Pflicht bleibt die Staatsregierung knallhart

Dresden - Das Papier muss rollen! In Sachsen besteht für Einzelhändler und Handwerker fast keine Aussicht auf eine Befreiung von der Bonpflicht.

Zahlreiche Kassenzettel hängen in der Dresdner Bäckerei Morenz an einer Leine. Seit 1. Januar müssen Händler ihren Kunden bei jedem Kauf unaufgefordert einen Beleg aushändigen.
Zahlreiche Kassenzettel hängen in der Dresdner Bäckerei Morenz an einer Leine. Seit 1. Januar müssen Händler ihren Kunden bei jedem Kauf unaufgefordert einen Beleg aushändigen.  © Sebastian Kahnert/dpa

Zwei Monate nach Einführung der Vorschrift sind im Freistaat fast 95 Prozent aller Anträge abgelehnt worden.

Wie das Finanzministerium auf Anfrage mitteilte, wurden bis Ende Februar nur vier Ausnahmegenehmigungen erteilt. Dagegen lehnten die Finanzämter von 471 Anträgen 447 ab. Bei 28 Anträgen stand noch eine Entscheidung aus.

Details zu den vier Ausnahmegenehmigungen wollte das Ministerium nicht bekannt geben. Sprecherin Sandra Jäschke begründete die mit dem Steuergeheimnis.

Ausnahmen könnten generell nur genehmigt werden, wenn "eine besondere unzumutbare Härte besteht".

Die häufig vorgetragenen Argumente, mit der Erfüllung der Pflicht seien Mehrkosten verbunden und der Betriebsablauf müsse umgestaltet werden oder werde verzögert, stellen für sich allein keine Härte dar, so Jäschke.

Die Bonpflicht stößt vor allem bei Kleinbetrieben auf Kopfschütteln. 
Die Bonpflicht stößt vor allem bei Kleinbetrieben auf Kopfschütteln.   © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Mehr zum Thema Sachsen:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0