Schock am sächsischen Arbeitsmarkt! Fast 1700 Lehrstellen brechen weg

Sachsen - Die Corona-Krise hat erste Auswirkungen auf den sächsischen Ausbildungsmarkt. Wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilt, gibt es in Sachsen fast 1700 weniger Ausbildungsplätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum - ein Minus von 9,3 Prozent!

In Sachsen gibt es im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fast 1700 weniger Ausbildungsplätze (Symbolbild).
In Sachsen gibt es im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fast 1700 weniger Ausbildungsplätze (Symbolbild).  © Friso Gentsch/dpa

Dem gegenüber stehen insgesamt 9600 sächsische Schüler, die aktuell noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind. 

„Die meisten Unternehmen hatten die letzten Wochen mit folgenschweren Problemen zu kämpfen. Da blieb für die Planung des neuen Ausbildungsjahres kaum Zeit", weiß Hans-Joachim Wunderlich, Hauptgeschäftsführer IHK Chemnitz

"Doch bei allen Herausforderungen, die es derzeit zu nehmen gilt, halten unsere Unternehmen auch weiterhin daran fest auszubilden, um Fachkräfte für die Zeit nach der Krise zu sichern und jungen Menschen eine berufliche Perspektive zu bieten“, betont Wunderlich.

Auch Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (46, SPD) möchte den jungen Menschen weiterhin eine berufliche Perspektive bieten: "Wir müssen alles daran setzen, dass unsere sächsischen Unternehmen trotz der schwierigen Situation auch zukünftig ausbilden und jungen Menschen eine berufliche Perspektive bieten", sagte Dulig.

"Wenn die Unternehmen nicht mehr selbst ausbilden, wird sich dies massiv auf die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Sachsen auswirken." Dem werde die sächsische Regierung entgegenwirken, so Dulig. 

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (46, SPD) fürchtet um die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Sachsen auswirken, wenn weniger Betriebe ausbilden (Archivbild).
Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (46, SPD) fürchtet um die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Sachsen auswirken, wenn weniger Betriebe ausbilden (Archivbild).  © Petra Hornig

Jörg Dittrich (50), Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der sächsischen Handwerkskammern, sieht die aktuelle Entwicklung des sächsischen Arbeitsmarktes ebenfalls bedenklich: "Die Auszubildenden von heute werden die Fachkräfte von morgen sein. Umso wichtiger ist es, gerade auch in schwierigen Situationen wie der Corona-Krise, an die Zukunft zu denken."

Und weiter: "Denn all diejenigen, die im Herbst nicht in einer Ausbildung sind, werden mittelfristig als Gesellen fehlen und auch langfristig als Meister, die einen Betrieb führen können", betont Dittrich.

Jörg Dittrich (50), Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der sächsischen Handwerkskammern, will auch in schwierigen Situationen wie der Corona-Krise, an die Zukunft zu denken (Archivbild).
Jörg Dittrich (50), Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der sächsischen Handwerkskammern, will auch in schwierigen Situationen wie der Corona-Krise, an die Zukunft zu denken (Archivbild).  © Petra Hornig
Hans-Joachim Wunderlich, Geschäftsführer der IHK Chemnitz möchte jungen Menschen in Sachsen trotz Corona-Krise eine berufliche Perspektive bieten (Archivbild).
Hans-Joachim Wunderlich, Geschäftsführer der IHK Chemnitz möchte jungen Menschen in Sachsen trotz Corona-Krise eine berufliche Perspektive bieten (Archivbild).  © Kristin Schmidt

Doch die gute Nachricht: Auf die insgesamt 9600 sächsische Schüler, die aktuell noch eine Ausbildung suchen, kommen 11.073 freie Ausbildungsstellen. Damit gibt es rein rechnerisch mehr als eine freie Ausbildungsstelle für jeden noch suchenden Bewerber. 

Titelfoto: Petra Hornig/Friso Gentsch/dpa

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