Sachsen: Corona-Impfungen jetzt ohne Termin möglich

Dresden - Sachsens Gesundheitsministerium, die Ärztekammer und das DRK gehen mit besonderen Events in die Impf-Offensive: Beim FC Erzgebirge Aue wird demnächst mit Spielern im Stadion geimpft. Und: Ab Freitag kann sich jeder impfen lassen - auch ohne Termin, aber nur in den Impfzentren und vorerst nur mit AstraZeneca.

Eine Spritze steckt in einer Ampulle des Corona-Impfstoffes von Pfizer/BioNTech. Dieser wird ab kommender Woche auch ohne Termin in Sachsen verabreicht. (Symbolbild)
Eine Spritze steckt in einer Ampulle des Corona-Impfstoffes von Pfizer/BioNTech. Dieser wird ab kommender Woche auch ohne Termin in Sachsen verabreicht. (Symbolbild)  © dpa/BELGA/Virginie Lefour

Zuerst die gute Nachricht: "Wir haben im Juni wirklich mehr Impfstoff von BioNTech und Moderna erhalten", sagte Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (63, SPD) bei der wöchentlichen Kabinettspressekonferenz gestern in Dresden.

Auch die fehlenden Chargen - allein bei BioNTech kamen 40.000 Dosen zu wenig in Sachsen an - seien inzwischen nachgeliefert worden.

Was heißt das fürs Impfen? Jeder kann einfach so und ohne Termin in einem x-beliebigen Impfzentrum vorbeischauen und sich eine Impfung abholen, ganz egal ob Erst- oder Zweitimpfung. "Das Angebot gilt ab Freitag 14 Uhr", so DRK Sachsen-Chef Rüdiger Unger (60). Und dann an allen Öffnungstagen jeweils ab 14 Uhr.

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Los geht es am Freitag mit AstraZeneca. Mit BioNTech soll das dann ab Mitte nächster Woche möglich sein. Um Wartezeiten zu vermeiden, empfahl Unger trotz der neuen Freiheit einen Termin vorzubuchen.

Die hohen Impfstofflieferungen sind nicht der einzige Grund für die Liberalisierung. Und das ist die schlechte Nachricht: Die Impfbereitschaft in Sachsen sinkt immer weiter. "In meiner Praxis kann seit zwei Wochen jeder einen Impftermin bekommen. Tatsächlich kommen aber nur zwei Leute am Tag", beschrieb Dr. Klaus Heckemann (65), Arzt und Vorstands-Cef der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen (KVS) das Desaster. "So bekommen wir keine Herdenimmmunität."

In Sachsen sind derzeit 47,8 Prozent der Impfberechtigten einmal, 34,8 Prozent geimpft. Alle anderen Bundesländer stehen besser da.

Kommen bald auch Impfungen im Supermarkt?

"Das ärgert uns", sagte Petra Köpping zähneknirschend. Deshalb gibt's jetzt besondere Impfangebote: Bereits am morgigen Mittwoch impft die Sächsische Landesärztekammer von 9 bis 15 Uhr , in Dresden (Schützenhöhe 16) alle, die wollen.

Demnächst lädt der FC Erzgebirge Aue zu einem besonderen Impf-Event mit Spielern ins Stadion. Der Termin wird gerade abgestimmt. "Vielleicht schaffen wir das auch für Leipzig und Dresden", so Köpping.

Außerdem prüfe das Gesundheitsministerium, ob Impfungen in Supermärkten möglich sind. Impfprämien, wie in anderen Ländern üblich, soll es in Sachsen aber vorerst nicht geben.

Titelfoto: dpa/BELGA/Virginie Lefour

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