Sachsen geht Extra-Weg bei Corona-Nachverfolgung

Dresden - Sachsen bereitet sich auf den nächsten Schritt in der digitalen Nachverfolgung von Corona-Kontakten vor. Rund 260.000 Euro hat der Freistaat für die Entwicklung des "Iris-Gateways" ausgegeben.

Mit dem "Iris-Gateway" bekommen Sachsens Gesundheitsämter jetzt eine digitale Schnittstelle zum Corona-Datenabgleich.
Mit dem "Iris-Gateway" bekommen Sachsens Gesundheitsämter jetzt eine digitale Schnittstelle zum Corona-Datenabgleich.  © Christoph Soder/dpa

Die digitale Schnittstelle soll laut Sozialministerium den Datenaustausch zwischen den 13 Gesundheitsämtern im Freistaat und den verschiedenen Apps zur Kontaktnachverfolgung gewährleisten.

Der "Iris-Gateway" ist allerdings nicht mit allen Corona-Apps kompatibel, auch das System der weit verbreiteten Luca-App kann nicht angeschlossen werden.

Sachsen hat nach Ministeriumsangaben bislang kein Geld für Nachverfolgung-Apps ausgegeben. Damit ist der Freistaat einen anderen Weg gegangen als die 13 Bundesländer, die einen Vertrag mit dem Luca-Hersteller "Culture4Life" geschlossen haben.

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Deren Geschäftsführer Patrick Hennig sieht die Einführung der Iris-Schnittstelle kritisch. Eine Anbindung der Luca-App an die Schnittstelle funktioniere nicht, "weil wir dafür die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung aufgeben müssten", sagte Hennig. "Das wollen wir aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht tun."

Am Wochenende ist die 7-Tage-Inzidenz in Sachsen wieder leicht gestiegen. Laut Robert-Koch-Institut lag sie am Sonntag bei 19,7 (Samstag: 18,5). Demnach kamen 132 Neuinfektionen hinzu, aber kein neuer Todesfall.

Titelfoto: Christoph Soder/dpa

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