Sachsen sollen in lokalen Geschäften einkaufen gehen, mehr geöffnet wird aber nicht!

Dresden - Kunden helfen Händlern: Das sächsische Wirtschaftsministerium und die Staatskanzlei wollen Innenstadthändler in der Krise unterstützen. Und zwar, indem sie Kunden zu Wort kommen lassen.

Martin Dulig (46, SPD) will mit einer neuen Werbekampagne die Sachsen zum Einkaufen im Geschäft vor Ort bewegen.
Martin Dulig (46, SPD) will mit einer neuen Werbekampagne die Sachsen zum Einkaufen im Geschäft vor Ort bewegen.  © Petra Hornig

Die Kunden erzählen auf Plakaten, in sozialen Medien, im Fahrgastfernsehen und in Printanzeigen ihre ganz persönliche Geschichte: Etwa vom "Probekuscheln" vor dem Kauf des neuen Plüschtiers oder zelebrieren die Anprobe im Lieblingsbekleidungsgeschäft.

Auch ein Gewinnspiel ist geplant. Die Aktion #JetztLokalHandeln läuft im Rahmen der Standortkampagne "So geht sächsisch".

Sachsen ermöglicht mit "Click & Collect" seit 15. Februar das Bestellen und Abholen in Geschäften vor Ort. Seit dem heutigen Montag können Kunden mit "Click & Meet" individuelle Termine im Geschäft und nach Voranmeldung wahrnehmen.

"Wir wollen auf die wichtige Rolle der Kunden und ihre Verantwortung gegenüber der Region und dem lokalen Einzelhandel aufmerksam machen", sagte Wirtschaftsminister Martin Dulig (46, SPD).

Weitere Lockerungen wohl erst mal nicht in Sicht

Das neue "Click & Meet" lief stellenweise holprig an. Warteschlangen sorgten zwar für wenige Kontakte in den Geschäften, jedoch noch nicht überall auch vor den Läden.
Das neue "Click & Meet" lief stellenweise holprig an. Warteschlangen sorgten zwar für wenige Kontakte in den Geschäften, jedoch noch nicht überall auch vor den Läden.  © Michelle Geißler

Er rief die Menschen in Sachsen auf, von den Angeboten Gebrauch zu machen und lokale Händler zu unterstützen.

Maßnahmen wie "Click & Collect" oder "Click & Meet" würden vor allem dann helfen, wenn sie von zahlreichen Kunden genutzt würden. "Jeder und jede ist gefragt", sagte der SPD-Politiker am Montag.

Nach Einschätzung des Handelsverbandes war die Nachfrage groß, die Angebote wurden bereits am Morgen gut angenommen - vor allem in den Bau- und Gartenmärkten.

Beim Shoppen mit Termin stellte sich die Situation hingegen unterschiedlich dar.

Manche Einzelhändler hätten eine Woche mit zahlreichen Reservierungen, für andere wiederum lohne sich "Click and Meet" mit Blick auf Personal- und Betriebskosten kaum.

Das System könne daher keine dauerhafte Lösung sein, betonte der Hauptgeschäftsführer des sächsischen Handelsverbandes, René Glaser. Der Verband fordert nach wie vor eine rasche Öffnungsperspektive.

Mit den neuesten Lockerungen gebe es für den Handel weitere Spiel- und Handlungsräume, betonte Dulig. Zugleich bat er um Verständnis, dass eine weitergehende Öffnung von Läden und Geschäften angesichts er derzeitigen Infektionszahlen vorerst nicht zu vertreten sei.

Martin Dulig zu #JetztLokalHandeln

Die aktuelle Corona-Lage im Freistaat

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums stieg am Montag in Sachsen die Zahl der Neuinfektionen um 262 im Vergleich zum Vortag - auf insgesamt mehr als 198.500. Zudem wurden 13 neue Todesfälle registriert, seit Beginn der Pandemie starben damit 7994 Menschen im Freistaat im Zusammenhang mit Covid-19.

Titelfoto: Montage: Michelle Geißler, Petra Hornig

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