Sachsen-Weihnachtsmärkte abgesagt: Welche Verkaufsalternativen die Händler jetzt haben

Leipzig/Dresden/Radebeul - Quarkkäulchen, Waffeln, Glühwein, Stollen – wer mit verderblichen Lebensmitteln handelt, ist von der diesjährigen nur wenige Tage vor den geplanten Öffnungen erfolgten Absage der Weihnachtsmärkte in Sachsen besonders betroffen. Von der Vernichtung von Ware will jedoch noch niemand sprechen.

Nichts geht mehr: Der Weihnachtsmarkt in Leipzig fällt Corona zum Opfer.
Nichts geht mehr: Der Weihnachtsmarkt in Leipzig fällt Corona zum Opfer.  © Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

Nach der Absage der Weihnachtsmärkte in Sachsen warten die Händler ab oder versuchen ihre verderbliche Ware anderweitig zu verkaufen. Die Mitglieder des Schaustellerverbandes Leipzig etwa warten darauf, wie es mit den Corona-Regeln weitergeht, sagte der Vereinsvorsitzende Jürgen Seiferth.

Die Lebensmittel seien noch eine Weile haltbar und würden jetzt aller Voraussicht nach eingelagert. Man wisse noch nicht sicher, wie es nach dem 12. Dezember weitergeht. Bis dahin gilt die Corona-Notfallverordnung, die die Öffnung der Weihnachtsmärkte im Freistaat unmöglich macht.

Ob danach Weihnachts- oder Wintermärkte unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt sein werden, ist nicht klar.

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Mike Borowsky, Vorsitzender des Dresdner Schaustellerverbandes, geht davon aus, dass sich einige Händler nun darum bemühen werden, ihre Ware anderweitig zum Verkauf anzubieten. Denkbar seien etwa Angebote auf Wochenmärkten oder Stände vor Supermärkten.

Auch auf dem Dresdner Striezelmarkt müssen die Buden abgebaut werden, ohne einen einzigen Euro Umsatz gemacht zu haben.
Auch auf dem Dresdner Striezelmarkt müssen die Buden abgebaut werden, ohne einen einzigen Euro Umsatz gemacht zu haben.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Weniger hoher Druck bei den Glühweinhändlern

Glühwein und Punsch müssen nun über den Einzel- und Onlinehandel sowie ab Werk verkauft werden.
Glühwein und Punsch müssen nun über den Einzel- und Onlinehandel sowie ab Werk verkauft werden.  © Patrick Seeger/dpa

"Es wird nichts vernichtet. Stattdessen bieten wir unseren Glühwein und Punsch in Flaschen im Einzelhandel, online und bei uns vor Ort an", sagte etwa Martin Junge, Sprecher des Staatsweingutes Schloss Wackerbarth.

Was die Absage der Weihnachtmärkte wirtschaftlich für den Betrieb bedeutet, lasse sich noch nicht sagen. "Wir arbeiten intensiv daran, die entsprechenden Umsatzverluste mit anderen Distributionswegen und neuen Ideen zu minimieren", sagte Junge.

Auf Online-Handel wollen nun auch die Mitglieder des Stollenschutzverbandes Dresden setzen. Dahingehend seien die Bäcker bereits vor der Corona-Pandemie gut aufgestellt gewesen und könnten jetzt auf eine solide Infrastruktur zurückgreifen.

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Auch Dresdner Christstollen soll nicht vernichtet werden. "Eher werden die Produktionsmengen in den kommenden drei Wochen noch einmal angepasst", sagte eine Verbandssprecherin.

Die wirtschaftlichen Folgen seien noch nicht absehbar. Jedoch sei schon jetzt bei Bäckerfilialen und –verkaufsständen in Innenstadtlage ein Umsatzrückgang zwischen 70 und 80 Prozent zu verzeichnen. Das liege in Dresden vor allem daran, dass es aufgrund des Beherbergungsverbotes kaum noch touristische Laufkundschaft gibt.

Titelfoto: Bildmontage: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa, Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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