Sachsen: Die Weihnachtsmärkte bleiben zu, doch was wird aus den Glühweintassen?

Sachsen - Viele Weihnachtsmarkt-Tassen in der Region bleiben Staubfänger. Doch nicht alle Kommunen heben sie einfach für die Adventszeit im nächsten Jahr auf.

Heidi Schmidt, Sachgebietsleiterin für Tourismus- und Wirtschaftsförderung in Schneeberg, zeigt die nagelneue Tasse. Diese wurde in Sachsen gefertigt.
Heidi Schmidt, Sachgebietsleiterin für Tourismus- und Wirtschaftsförderung in Schneeberg, zeigt die nagelneue Tasse. Diese wurde in Sachsen gefertigt.  © Ralf Wendland

Schneeberg tut das erneute Weihnachtsmarkt-Verbot besonders weh, erstmals wurden Tassen mit eigenem Motiv produziert.

"Die Kosten für die bestellten 10.000 Stück belaufen sich auf 19.000 Euro. Die Tassen wurden in der Manufaktur Kannegießer in der Oberlausitz hergestellt", sagt Heidi Schmidt von der Tourismus- und Wirtschaftsförderung. Verkauft werden sie nicht.

Schmidt: "Wir möchten natürlich, dass die Leute unseren Weihnachtsmarkt besuchen, um an eine Tasse zu kommen."

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Chemnitz rückt gleich gar keine Tassen an Händler heraus, die auf dem Wochenmarkt am Rathaus auch Weihnachtsartikel anbieten. "Eine Ausgabe erfolgt nicht. Die bereits für 2020 vorgesehenen Weihnachtsmarkt-Tassen sollen nächstes Jahr genutzt werden", so eine Stadtsprecherin.

Freiberg hofft indes auf eine günstige Pandemieentwicklung, die dortigen Christmarkt-Buden wurden noch nicht abgebaut. Rathaussprecher Christian Möls: "Sollten Weihnachtsmärkte ab dem 13. Dezember wieder zugelassen werden, erfolgt kurzfristig die Auslieferung der Tassen an die Christmarkt-Händler."

Ronny Hofmann vom Barcaterer "Citydrinks" musste bereits voriges Jahr Chemnitzer Weihnachtsmarkt-Pötte einlagern. Sie bleiben auch 2021 in den Kartons.
Ronny Hofmann vom Barcaterer "Citydrinks" musste bereits voriges Jahr Chemnitzer Weihnachtsmarkt-Pötte einlagern. Sie bleiben auch 2021 in den Kartons.  © Ralph Kunz

In Freiberg gibt's noch Weihnachtsmarkt-Hoffnung

Freibergs Oberbürgermeister Sven Krüger (parteilos) sagte den Christmarkt-Händlern Unterstützung zu.
Freibergs Oberbürgermeister Sven Krüger (parteilos) sagte den Christmarkt-Händlern Unterstützung zu.  © Kristin Schmidt

In der Silberstadt wird für die Adventstradition gekämpft. Oberbürgermeister Sven Krüger (parteilos) war einer der acht sächsischen Stadtchefs sowie vier Weihnachtsmarkt-Betreiber, die bereits am 19. November eine Erklärung an die Landesregierung veröffentlichten.

Darin kritisieren sie deren wechselhaftes Verhalten: Vorherige Weihnachtmarkt-Zusagen sowie sich ändernde -Anforderungen sorgten bereits vor dem vorläufigen Verbot für Unsicherheit sowie Kosten (wie für Transport und Buden-Aufbau) bei den Standbetreibern.

Drei Tage später (22. November) vermeldete die Stadt, dass die Mehrheit der Freiberger Christmarkt-Händler derzeit keinen Buden-Abbau möchte.

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"Wir als Stadt unterstützen diesen Wunsch und werden deswegen die Hütten auf dem Obermarkt belassen", sicherte Krüger zu. Da die sächsische Corona-Notfall-Verordnung am 12. Dezember außer Kraft gesetzt werden könnte, besteht somit eine Chance auf den Christmarkt samt bislang noch verpackten Pötten.

Anders macht es Leipzig: Die Stadtverwaltung weiß um die hohe Nachfrage, gerade nach Kinder-Tassen (mit Sandmännchen-Motiven). Darum werden die Pötte nun über den RBB-Onlineshop (5,95 Euro/Stück) verkauft, und ab 1. Dezember auch auf dem Markt.

Die diesjährigen Dresdner Striezelmarkt-Kannegießer-Tassen (6 bis 20 Euro) sind online zu erwerben unter: www.striezeltaler.de/shop.

Titelfoto: Ralf Wendland, Ralph Kunz

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