Sachsen will 20 Corona-Intensivpatienten verlegen

Aktualisiert: 24. November, 16.30 Uhr

Dresden - Erstmals in der vierten Corona-Welle könnten in den kommenden Tagen Intensivpatienten aus Sachsen in andere Bundesländer verlegt werden.

Die vierte Corona-Welle bringt zahlreiche Krankenhäuser in Sachsen an ihre Grenzen. Nun sollen Patienten in andere Bundesländer verlegt werden. (Symbolfoto)
Die vierte Corona-Welle bringt zahlreiche Krankenhäuser in Sachsen an ihre Grenzen. Nun sollen Patienten in andere Bundesländer verlegt werden. (Symbolfoto)  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Der Freistaat hat die Verlegung von 20 Corona-Intensivpatienten beantragt, wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch auf Nachfrage mitteilte.

Aktuell werde geklärt, welche Erkrankten infrage kämen, vorzugsweise aus dem Krankenhaus-Cluster Chemnitz, hieß es.

Zuvor hatte Sachsen ebenso wie die Länder Thüringen, Berlin, Brandenburg und Bayern formal das sogenannte Kleeblatt-Verfahren aktiviert.

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Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin gehören zum Kleeblatt-Ost. Der Freistaat Bayern bildet alleine das Kleeblatt-Süd.

"Man versucht zurzeit, alles an Personal zu aktivieren, was mäglich ist"

Das Kleeblatt-Konzept für die Verlegung von Patienten wurde unter dem Eindruck der ersten Corona-Welle im Frühjahr 2020 entwickelt. Bei Engpässen auf bestimmten Intensivstationen sollen Patienten innerhalb eines Kleeblatts, also einem Zusammenschluss mehrerer Bundesländer oder teils auch nur einem Bundesland, verlegt werden können.

Nach Angaben der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin wurde schon seit Anfang Oktober zahlreich innerhalb der einzelnen Kleeblätter verlegt. Seit Dienstagabend sei das nun auch über diese Zusammenschlüsse hinaus bundesweit möglich.

Schon in den vorangegangenen Wellen, besonders rund um Weihnachten, seien sächsische Intensivpatienten in andere Bundesländer verlegt worden, sagte Friedrich R. München, stellvertretender Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Sachsen (KHG). Sie seien vor allem nach Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein gebracht worden.

Wie lange dieses Mal Verlegungen in andere Bundesländer möglich seien, müsse man abwarten, sagte Münch. Das Hauptproblem seien nicht fehlende Betten oder Beatmungsgeräte, sondern Personal. "Da versucht man zurzeit, alles an Personal zu aktivieren, was möglich ist."

Titelfoto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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