Sachsens Gastwirte hoffen aufs Ostergeschäft

Dresden - Das sächsische Gastgewerbe hofft trotz skeptischer Haltung in der Staatskanzlei auf das Ostergeschäft. Auf Initiative des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) komme nun "Bewegung in die Osterfrage", teilte der Verband am Freitag in Dresden mit.

Auch das Romantik-Hotel in der Altstadt von Pirna kämpft in der Corona-Krise mit der langen Durststrecke im Gastgewerbe.
Auch das Romantik-Hotel in der Altstadt von Pirna kämpft in der Corona-Krise mit der langen Durststrecke im Gastgewerbe.  © Robert Michael/dpa

Bei einem Gespräch mit Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU) habe man die dramatische Lage der Branche nochmals dargestellt und die Forderung nach Stufenplänen für die Wiederöffnung der Betriebe bekräftigt.

Feldversuche zu Test- und Öffnungsstrategien könnten der Branche nun eher als erwartet zu Lockerungen verhelfen.

Kretschmer hatte bisher keine Chancen für einen Osterurlaub gesehen.

Die Aussage Kretschmers habe zu Fassungslosigkeit bei den Unternehmen geführt, erklärte Dehoga-Vizepräsident Jens Ellinger: "Die Situation ist angespannt. Zahlreiche Betriebe stehen vor der Insolvenz. Die Befürchtung über den Verlust des existenzsichernden Ostergeschäfts sorgte für zusätzlichen Unmut und Verzweiflung in der Branche."

Das Sozialministerium sei inzwischen von der "Absolutheit der Osterabsage" abgerückt. Das sei ein Hoffnungsschimmer für die Branche: "Es zeigt, dass sich Politik sehr wohl auf sachliche Argumente und fundierte Lösungsvorschläge einlassen kann."

Gastro-Lockdown verschärft Fachkräftesituation

Sachsens Ministerpräsident, Michael Kretschmer (45, CDU) trübte den Ausblick auf Osterurlaub in Deutschland.
Sachsens Ministerpräsident, Michael Kretschmer (45, CDU) trübte den Ausblick auf Osterurlaub in Deutschland.  © Robert Michael/dpa

Laut Dehoga soll es nun Feldversuche in Oberwiesenthal und Augustusburg geben. Sie sollen zeigen, dass es möglich ist, nur Gäste und Mitarbeiter mit einem negativen Testergebnis zusammenzubringen.

In kurzen Abständen von drei Tagen müsse sich jeder erneut testen, um Zugang zum Restaurant oder Hotel zu erhalten: "Wir sind der Meinung, dass unsere Branche kein Inzidenztreiber ist. Hygienekonzepte wurden schon sehr früh im ersten Lockdown erarbeitet und erfolgreich umgesetzt. Mit den Feldversuchen können wir jetzt belegen, dass es auch bei höherer Inzidenz Tourismus geben kann", betonte Ellinger.

Sorgen hat der Verband auch beim Personal. Der Gastro-Lockdown drohe die ohnehin angespannte Fachkräftesituation in Hotellerie und Gastronomie noch zu verschärfen.

Den Auszubildenden fehle die Praxis. Bis zu den Abschlussprüfungen im Mai und Juni sei das Defizit für viele kaum noch aufzuholen.

Der Dehoga und seine Wirtschaftstochter Saxonia Fördergesellschaft reagiere deshalb mit einer neuen digitalen und kostenlosen Seminarreihe für praxisnahes Lernen. Die soll Azubis helfen, ihre Prüfung doch noch erfolgreich abzulegen.

"Wenn wir jetzt nicht handeln, verlieren wir die Fachkräfte von morgen", betonte Dehoga-Hauptgeschäftsführer Axel Klein.

Titelfoto: Montage: Robert Michael/dpa (2)

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