Sachsens Impfzentren schließen: Eine Bilanz

Dresden - Nach gut acht Monaten schließen im Freistaat Ende September die Impfzentren. Gut 1000 Helfer, teils aus fachfremden Berufen, haben dort bis heute rund 2,6 Millionen Impfdosen verabreicht.

DRK-Logistiker entfernen vom Impfzentrum auf der Messe Dresden das große Transparent. Nach gut acht Monaten wird die Einrichtung nun geschlossen.
DRK-Logistiker entfernen vom Impfzentrum auf der Messe Dresden das große Transparent. Nach gut acht Monaten wird die Einrichtung nun geschlossen.  © Sebastian Kahnert/dpa

"Wie immer, wenn man eine Aufgabe mit viel Herzblut gemacht hat, ist ein bisschen Wehmut dabei", gibt Sachsens DRK-Chef Rüdiger Unger (60) zu.

Das Rote Kreuz hatte die Corona-Impfkampagne für den Freistaat koordiniert. Insgesamt mehr als 1000 Menschen haben in den vergangenen Monaten in den Impfzentren gearbeitet – neben Ärzten und DRK-Mitarbeitern auch viele Ehrenamtliche, Mitarbeiter von Bundeswehr und Technischem Hilfswerk.

Zahlreiche Helfer seien aus fremden Berufen oder aus der Kurzarbeit in die Impfzentren des DRK gewechselt, weiß Unger zu berichten: "Einige von ihnen bleiben, gehen in einen sozialen Beruf."

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Die 13 Impfzentren in Sachsen waren Mitte Januar in den drei großen Städten und den zehn Landkreisen an den Start gegangen. Am Donnerstag werden dort die letzten Dosen verabreicht.

Unger: "Letztlich sind wir nur eine kurze Zeit unter Volllast gefahren."

Ab Oktober sollen die Hausärzte das Impfen übernehmen – unterstützt durch 30 mobile Teams. Die Entscheidung, die Impfzentren zu schließen, sei richtig, meint Unger: "Wir sind eine Katastrophenschutz-Organisation für Krisen, irgendwann muss das in eine Regelstruktur übergehen."

In den ersten Monaten arbeiteten die Impfzentren weit unter der Kapazitätsgrenze. "Weil nicht genügend Impfstoff da war", so Unger. In den letzten Wochen hingegen wurden die Ressourcen nicht ausgeschöpft.

Unger: "Letztlich sind wir nur eine kurze Zeit unter Volllast gefahren." Durch die zentrale Steuerung hätten aber nur wenig Impfstoffe entsorgt werden müssen.

Die Quote bezifferte Unger auf durchschnittlich 0,3 Prozent. Insgesamt wurden in den Impfzentren bisher rund 2,6 Millionen Impfdosen verabreicht.

Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa

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