Sachsens Kirchen mahnen: Sonntag ist Tag der Ruhe und Erholung

Dresden - Für Sachsens Kirchen steht der Sonntag nicht zur Disposition. "Die Sonntagsruhe ist nicht nur für Christen ein hohes Gut, sondern auch für die gesamte Gesellschaft", sagt der Bischof des Bistums Dresden-Meißen, Heinrich Timmerevers (68).

Heinrich Timmerevers (68) ist Bischof des Bistums Dresden-Meißen.
Heinrich Timmerevers (68) ist Bischof des Bistums Dresden-Meißen.  © Sebastian Kahnert/dpa

Auch der evangelische Landesbischof Tobias Bilz (57) mahnt, den Sonntag vor einer schrittweisen Öffnung für Dinge zu bewahren, die traditionell "den Wochentagen vorbehalten bleiben sollten".

Mit einer ökumenischen Vesper erinnern die christlichen Kirchen im Freistaat am Sonntag an dessen Bedeutung für die "seelische Erhebung", die Feier des Gottesdienstes und die Möglichkeit der Ruhe und Erholung.

Bilz und Timmerevers feiern in der Dresdner Kathedrale (16 Uhr) gemeinsam das Abendlob. Jeder Mensch brauche regelmäßig Zeit für sich, für das, "was sein Leben zutiefst trägt", sagt Timmerevers.

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Für Bilz hat der Sonntag als Tag der Ruhe und Besinnung einen nicht hoch genug einzuschätzenden ideellen Wert. Auch ohne Kirchgang werde er als eine "wichtige Unterbrechung des Alltags" angesehen.

Er bremse "die unablässige Beschleunigung unserer Lebensgeschwindigkeit" und erinnere daran, "dass unser Tun nicht alles ist".

Tobias Bilz (57) aus Dresden ist Landesbischof der evangelischen Landeskirche in Sachsen.
Tobias Bilz (57) aus Dresden ist Landesbischof der evangelischen Landeskirche in Sachsen.  © Ronald Bonss/dpa

Seit dem Jahr 321 ein allgemeiner Tag der Ruhe

Der römische Kaiser Konstantin machte den "verehrungswürdigen Sonn-Tag" im Jahr 321 zu einem allgemeinen Tag der Ruhe. Nur die ländliche Bevölkerung durfte der Landwirtschaft frei und ungehindert nachgehen, "da es oft vorkommt, dass es keinen besseren Tag gibt, um Getreide zu säen oder Weinstöcke zu pflanzen…."

Der Sonntag gilt bis heute als allgemeiner Feiertag.

Titelfoto: Montage: Ronald Bonss/dpa, Sebastian Kahnert/dpa

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