Sachsens Kliniken arbeiten am Limit: Freiwillige zur Unterstützung gesucht

Dresden/Meißen - Sachsens Kliniken im Ausnahmezustand: Seit mehr als einer Woche gilt in sächsischen Krankenhäusern die Überlastungsstufe. Das Virus wütet im Freistaat so schlimm wie noch nie, Ärzte und Pfleger arbeiten am Limit. Jede helfende Hand ist derzeit Gold wert. Deshalb suchen die Kliniken freiwillige Helfer, die auf den Stationen anpacken.

Covid-Patienten brauchen besonders viel Aufmerksamkeit und Pflegepersonal.
Covid-Patienten brauchen besonders viel Aufmerksamkeit und Pflegepersonal.  © Hendrik Schmidt/dpa

"Das höchste Gut in unserer Klinik ist das Personal", sagt Rainer Zugehör (42), Vorstand der Elblandkliniken. "Jeder von ihnen geht tagtäglich das Risiko ein, sich selbst zu infizieren." Doch das Personal reicht vorne und hinten nicht. Die Elblandkliniken hoffen deshalb auf Unterstützung.

"Wir sind sehr dankbar für jeden, der uns in dieser schweren Zeit unterstützen möchte", sagt Zugehör. Die Auslastung der Intensivbetten sei an der oberen Grenze angelangt und die Situation äußerst kritisch, so der Vorstand. Denn: Die Betreuung von Covid-Patienten ist deutlich aufwendiger und benötigt mehr Personal.

"Aktuell werden wir schon von Krankenpflegern sowie Anästhesieschwestern und –pflegern, Helfern für die Reinigung, Fahrern usw. unterstützt", sagt Rainer Zugehör. Doch auch medizinische Laien dürfen sich um eine ehrenamtliche Stelle bewerben.

An den Elblandkliniken ist das Personal komplett ausgelastet. Freiwillige Helfer werden jetzt dringend gebraucht.
An den Elblandkliniken ist das Personal komplett ausgelastet. Freiwillige Helfer werden jetzt dringend gebraucht.  © Eric Münch
Rainer Zugehör (42) ist Vorstand der Elblandkliniken.
Rainer Zugehör (42) ist Vorstand der Elblandkliniken.  © Elblandkliniken
Auch am Uniklinikum Dresden arbeiten Ärzte und Pfleger an der Belastungsgrenze.
Auch am Uniklinikum Dresden arbeiten Ärzte und Pfleger an der Belastungsgrenze.  © Thomas Türpe

Laien in Dresden ebenso gefragt

Ob ausgebildetes Pflegepersonal oder Laie: An Sachsens Kliniken hilft derzeit jeder Handgriff.
Ob ausgebildetes Pflegepersonal oder Laie: An Sachsens Kliniken hilft derzeit jeder Handgriff.  © picture alliance/dpa

"Im Einzelfall besprechen wir mit den freiwilligen Helfern, wie eine Unterstützung aussehen könnte und wo ein Einsatz dringend benötigt wird." Die Elblandkliniken haben Standorte in Riesa, Meißen, Radebeul und Großenhain.

Auch am Uniklinikum in Dresden herrscht alles andere als Regelbetrieb. "Wir benötigen derzeit jede helfende Hand", heißt es aus der Pressestelle. Gesucht wird Unterstützung in der Administration, ausgebildete Pflegekräfte, Krankenpflegehelfer. "In Absprache prüfen wir, wo welcher Freiwillige wie eingesetzt werden kann."

Auch Laien können sich für "nichtpflegerische Arbeiten" melden. Und die Hilfe wird entlohnt. "Möglich sind verschiedene Anstellungsarten - zum Beispiel eine Unterstützung auf 450 Euro-Basis, aber auch unbefristete Verträge für ausgebildete Pflegekräfte sind angedacht", so eine Sprecherin des Uniklinikums.

In Sachsen wird wieder von der Kernkraft geträumt
Sachsen In Sachsen wird wieder von der Kernkraft geträumt

Die Sächsische Landesärztekammer hat am Freitag ein Online-Formular für freiwillige Helfer eingerichtet. Wer anpacken möchte, kann sich unter slaek.de/coronahelfer registrieren.

Titelfoto: Bildmontage: Hendrik Schmidt/dpa/Elblandkliniken

Mehr zum Thema Sachsen: