Sachsens Kurorte in Not: "Die Situation ist dramatisch!"

Sachsen - Sachsens Kurorte schlagen Alarm! Die Corona-Beschränkungen treffen die Gesundheitsorte deutlich härter als andere Städte und Gemeinden im Freistaat.

Der Kurort Bad Schlema im Erzgebirge: Hotels und Pensionen bleiben leer. Es wird mit massiven Umsatzverlusten gerechnet (Archivbild).
Der Kurort Bad Schlema im Erzgebirge: Hotels und Pensionen bleiben leer. Es wird mit massiven Umsatzverlusten gerechnet (Archivbild).  © Kristin Schmidt

"Die Situation kann man zweifelsohne als dramatisch bezeichnen", so Prof. Karl-Ludwig Resch, Präsident des Sächsischen Heilbäderverbandes. 

Insgesamt 16.000 Gästebetten zählen Sachsens Kurorte. Die meisten Betten stehen seit Wochen leer - die Gäste bleiben aus.

Dabei verzeichnen die sächsischen Kurorte jährlich etwa 700.000 Gäste und 3,3 Millionen Übernachtungen. 

Rechnet man die sächsischen Großstädte heraus, machen die Kurgäste 27 Prozent aller Übernachtungen im Freistaat aus.

"Diese Werte zeigen die durchaus beachtliche Bedeutung des Gesundheitstourismus für Sachsen", betont Prof. Resch und fordert finanzielle Hilfen durch den Freistaat: "Sachsens Kurorten muss schnell unter die Arme gegriffen werden, zumal sie wichtige Arbeitgeber in oftmals strukturschwachen Regionen und ein wichtiger Wirtschaftsfaktor sind."

Bad Schlema (Erzgebirge) ist staatlich anerkannter Kurort.
Bad Schlema (Erzgebirge) ist staatlich anerkannter Kurort.  © Kristin Schmidt

Das große Problem: Fehlende Einnahmen in der Corona-Zeit seien nicht wieder aufzuholen. Das sei vor allem für die Hotels, Pensionen und Reha-Kliniken ein großes Problem! Zudem befürchtet Prof. Karl-Ludwig Resch, dass den sächsischen Kurorten auch nach den Ausgangsbeschränkungen die Gäste vorerst ausbleiben.

"Sachsen darf in dieser Situation seine Kurorte und Heilbäder nicht hängen lassen, wenn der Freistaat nicht eine langfristige Schädigung dieses wichtigen Wirtschaftszweigs billigend in Kauf nehmen möchte", bekräftigt Prof. Resch.

Er fordert eine vergleichbare Unterstützung, wie sie jetzt dem übrigen Mittelstand zugutekommt. Außerdem spricht er sich für nicht zurückzuzahlende Direkthilfen aus. 

Besonders in der Region "Sächsische Schweiz" gibt es viele Kurorte. Der Tourismus ist durch die Corona-Krise in der Region zum Stillstand gekommen. (Archivbild).
Besonders in der Region "Sächsische Schweiz" gibt es viele Kurorte. Der Tourismus ist durch die Corona-Krise in der Region zum Stillstand gekommen. (Archivbild).  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa
Prof. Karl-Ludwig Resch, Präsident des Sächsischen Heilbäderverbandes fordert dringend Unterstützung für sächsische Kurorte.
Prof. Karl-Ludwig Resch, Präsident des Sächsischen Heilbäderverbandes fordert dringend Unterstützung für sächsische Kurorte.  © Sächsischer Heilbäderverband e.V.

Thermen sind besonders betroffen!

Die sächsischen Thermen sind besonders von der Corona-Krise betroffen. So leer wie die "Sachsen Therme" in Leipzig dürfte es in anderen Kureinrichtungen auch aussehen (Archivbild).
Die sächsischen Thermen sind besonders von der Corona-Krise betroffen. So leer wie die "Sachsen Therme" in Leipzig dürfte es in anderen Kureinrichtungen auch aussehen (Archivbild).  © Sachsen-Therme / PR

Die Sächsischen Thermen seien laut dem Sächsischen Heilbäderverbandes besonders durch die Corona-Einschränkungen betroffen. Denn anders als Hotels können diese nicht einfach ihren Betrieb einstellen. 

"Die umfangreiche Technik muss weiter gewartet werden und das vollständige Ablassen der Sole- und Heilwasserbecken lohnt nur bei langen mehrmonatigen Betriebsruhen", teilt der sächsische Sächsischer Heilbäderverband e.V. mit.

Der Unterhalt der Anlagen schlage weiter erheblich zu Buche. 

Es müsse dringend eine Lösung her, so Prof. Karl-Ludwig Resch.

Titelfoto: Kristin Schmidt

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