Sachsens neue Impfstrategie: So soll es noch schneller und besser werden

Dresden - Sachsen justiert bei den Impfzentren nach: Anders als vorgesehen soll ab Juli in Dresden, Leipzig und Chemnitz weitergeimpft werden. Alle anderen Impfzentren schließen. Dann sind vor allem die niedergelassenen Ärzte gefragt.

Die Messe Dresden bleibt bis 30. September Impfzentrum. Alle ländlichen Zentren müssen, wie geplant, zum 30. Juni schließen.
Die Messe Dresden bleibt bis 30. September Impfzentrum. Alle ländlichen Zentren müssen, wie geplant, zum 30. Juni schließen.  © dpa/Sebastian Kahnert

"Wir schließen keine Impfzentren in dem Sinne, sondern wir werden einfach flexibler", sagte Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD) am gestrigen Dienstag in Dresden.

Ihre Sicht auf die Dinge bedeutet de facto: Die drei großen Zentren in Dresden, Leipzig und Chemnitz bleiben ab 1. Juli erhalten, alle anderen schließen.

Stattdessen sollen sich die 30 mobilen Impfteams, die bisher meist in Senioreneinrichtungen eingesetzt waren, quer durch Sachsen impfen.

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Eine Aufstockung der Teams ist möglich. Eine Entscheidung fällt im Juni.

Köpping wollte eigentlich zwei weitere Impfzentren in den besonders betroffenen Grenzregionen, konnte sich damit im Kabinett aber nicht durchsetzen. Wegen der Kosten?

Allein die Weiterführung der Zentren in den drei sächsischen Metropolen bis Ende September kostet 63 Millionen Euro. Die Hälfte davon übernimmt der Bund.

Auch in der Neuen Messe Leipzig wird durchgeimpft. Sommerferien gibt es für die Impfzentren nicht.
Auch in der Neuen Messe Leipzig wird durchgeimpft. Sommerferien gibt es für die Impfzentren nicht.  © Ralf Seegers

Betriebs- und Fachärzte sollen eingebunden werden, damit die Impfkampagne mehr Fahrt aufnimmt!

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD)
Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD)  © xcitePRESS/Essler

Im Ländervergleich belegt Sachsen mit Quoten von 22,7 Prozent (Erstimpfung) und 8,5 Prozent (Zweitimpfung) weiter Platz 7.

Insgesamt wurden im Freistaat bisher 1,27 Millionen Dosen verimpft. In den (noch) 13 Zentren sind es aktuell täglich 17.000 Impfungen, ab Juli 8800.

Für die Monate Juni bis August sind besonders hohe Impfstoffmengen zu erwarten. Damit die Impfkampagne weiter rollt, sollen voraussichtlich ab Juni zusätzlich zu den bereits jetzt beteiligten rund 1850 Hausärzten auch Betriebs- und Fachärzte eingebunden werden.

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"Ich habe großes Vertrauen, dass das Impfen dann noch schneller geht", so Köpping.


Titelfoto: dpa/Sebastian Kahnert/xcitePRESS/Essler

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