Dulig fassungslos über "Mordfantasien": Telegram-Chat im Visier der Ermittler!

Dresden - Sachsens Vize-Ministerpräsident Martin Dulig (47, SPD) hat sich bestürzt gezeigt bezüglich der jüngsten Ereignisse um Regierungschef Michael Kretschmer (46, CDU) sowie Gesundheitsministerin Petra Köpping (63, SPD) und hat die Drohungen aufs Schärfste verurteilt. Polizei und Generalstaatsanwaltschaft prüfen indes die Rechtslage rund um die ZDF-Berichterstattung zum Telegram-Chat "Dresden Offlinevernetzung".

Befindet sich Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (46, CDU) in ernsthafter Gefahr?
Befindet sich Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (46, CDU) in ernsthafter Gefahr?  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Die Lage in Sachsen spitzt sich weiter zu.

Wie das Landeskriminalamt Sachsen (LKA) am heutigen Mittwoch bekannt gab, prüfen Polizei und Generalstaatsanwaltschaft derzeit die Sach- und Rechtslage bezüglich der Berichterstattung des ZDF zum Telegram-Chat ''Dresden Offlinevernetzung".

Im "Frontal21"-Bericht vom 7. Dezember wurde öffentlich bekannt, dass Journalisten über die Chat-Gruppe Kontakt zu Personen aufgenommen haben, die sich später offen zu Mordplänen an dem sächsischen Ministerpräsidenten Kretschmer sowie weiteren Vertretern der Landesregierung Sachsens äußerten.

Ganze Straße geklaut: Diebe schlugen mitten am Tag zu - und niemand merkte etwas!
Sachsen Ganze Straße geklaut: Diebe schlugen mitten am Tag zu - und niemand merkte etwas!

Ein Umstand, der den Protest gegen den vom Freistaat verhängten Corona-Maßnahmen auf eine völlig neue Ebene hebt.

Martin Dulig alarmiert über ''Dresden Offlinevernetzung": "Wenn inzwischen nicht nur Mordfantasien geäußert werden, ..."

Sachsens Vize-Ministerpräsident Martin Dulig (47, SPD) ist schockiert vom Ausmaß des Corona-Protests.
Sachsens Vize-Ministerpräsident Martin Dulig (47, SPD) ist schockiert vom Ausmaß des Corona-Protests.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Sachsens Vize-Ministerpräsident Martin Dulig schlug jetzt Alarm und zeigte sich solidarisch mit seinen Kollegen und auch mit Angestellten in Impfzentren, welche ebenfalls Opfer von Anfeindungen wurden.

"Wenn inzwischen nicht nur Mordfantasien gegenüber unserem Ministerpräsidenten geäußert werden, sondern Menschen sich sogar verabreden, dann nimmt das Formen an, die weit über das hinausgehen, was wir ertragen und akzeptieren können", so der 47-Jährige nach einer Kabinettssitzung in Dresden am Mittwoch.

Dennoch hob er auch hervor, dass die Radikalisierung kein rein sächsisches Problem sei. Es sei viel mehr eine "nationalen Aufgabe" die ein "Stopp-Zeichen" aus Politik und Gesellschaft benötige, so der SPD-Politiker.

Zentralstelle Extremismus Sachsen der Generalstaatsanwaltschaft Dresden prüft Tatvorwürfe

Der Telegram-Chat "Dresden Offlinevernetzung" ist derzeit im Visier der Ermittler.
Der Telegram-Chat "Dresden Offlinevernetzung" ist derzeit im Visier der Ermittler.  © Sebastian Gollnow/dpa

Im Fall der radikalisierten Telegram-Gruppe handelt es sich um insgesamt 103 Personen, welche sich laut LKA in Gänze gegen die Corona-Politik sowie die Impfungen stellen.

Der Widerstand gehe dabei sogar so weit, dass in Audionachrichten "zur Not mit Waffengewalt" gegen die Maßnahmen aufgerufen wird. Diese richte sich in erster Linie gegen die Entscheidungsträger.

"Die infrage kommenden Tatvorwürfe werden gegenwärtig zusammen mit der Zentralstelle Extremismus Sachsen (ZESA) der Generalstaatsanwaltschaft Dresden geprüft und erste Ermittlungshandlungen initiiert", so das LKA.

Besonders alarmierend: Einzelne Mitglieder sollen nach eigenen Angaben im Besitz von scharfen Waffen und Armbrüsten sein. Das Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ) hat zusammen mit seiner SoKo Rechtsextremismus im Landeskriminalamt die Ermittlungen aufgenommen.

Zuletzt kam es vor dem Haus von Gesundheitsministerin Petra Köpping (63, SPD) zu einem Fackel-Aufmarsch. Auch vor der Wohnung des künftigen Gesundheitsministers Karl Lauterbach (58, SPD) wurde am vergangenen Freitagabend protestiert.

Titelfoto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa, Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa, Sebastian Gollnow/dpa

Mehr zum Thema Sachsen: