Sächsische Firmen rüsten Produktion im Kampf gegen das Coronavirus um

Dresden - Angesichts von Engpässen stellen sächsische Firmen ihre Produktion um. Sie helfen so mehrfach, denn sie schließen nicht nur Versorgungslücken, sondern schaffen und sichern auch Jobs im eigenen Unternehmen und bei Partnern.

Christian Michel (62) führt mit Sohn Marvin (32) die Geschäfte. Weil Medizintechnik zur Überwachung und Beatmung von Patienten massiv nachfragt wird, baut der Betrieb seine Produktion aus.
Christian Michel (62) führt mit Sohn Marvin (32) die Geschäfte. Weil Medizintechnik zur Überwachung und Beatmung von Patienten massiv nachfragt wird, baut der Betrieb seine Produktion aus.  © Thomas Türpe

Die Dresdner Firma CooolCase hat sich auf die Herstellung von Metallbaugruppen (Gehäusebau) spezialisiert. 

Der Betrieb gilt heute als "systemrelevant", weil er ein Systemlieferant für Medizintechnik ist, die im Bereich der Intensivpflege und zur Beatmung von Patienten eingesetzt wird. 

Firmeninhaber Christian Michel (62): "Die Geräte werden im Moment weltweit irre nachgefragt. Wir sind dabei, unsere Produktion zu vervierfachen, um dem Bedarf eines Kunden gerecht zu werden." 

Michel plant die Einstellung von bis zu 40 Arbeitskräften. 

"Die ersten Fachkräfte kommen an diesem Wochenende zum Probearbeiten. Ich möchte hier ausdrücklich jeden jobsuchenden Metaller ermuntern, sich zu bewerben."

Gesucht werden CC-Stanzer, CNC-Bieger und Mitarbeiter in der Schlosserei.

Mund-Nasen-Schutz aus Sachsen

Die Firma Luvo-Impex von Steffi Volland (l.) näht jetzt auch Mundschutzmasken.
Die Firma Luvo-Impex von Steffi Volland (l.) näht jetzt auch Mundschutzmasken.  © PR/Luvo-Impex

Fast zwei Dutzend Firmen der ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie widmen sich - krisenbedingt - aktuell auch der Herstellung von Gesichtsmasken. 

Die Firma Luvo-Impex von Steffi Volland (57) gehört dazu. Der Oelsnitzer Textilbetrieb hat sich als professioneller Großhändler und Konfektionär für Gardinen und Dekostoffe einen Namen gemacht. 

Volland: "Jetzt produzieren wir dazu noch Mund-Nasen-Schutz aus Filtermaterialien der Klasse FFP2. Wir beliefern damit vorrangig Ärzte, unser Krankenhaus und wichtige öffentliche Einrichtungen wie etwa Energieversorger."

Desinfektionsmittel anstatt Kraftstoff

Die Firma Verbio stellt ab sofort Desinfektionsmittel aus dem Biokraftstoff Ethanol her.
Die Firma Verbio stellt ab sofort Desinfektionsmittel aus dem Biokraftstoff Ethanol her.  © PR/VERBIO AG

Der Leipziger Bioenergie-Produzent Verbio rüstete seine Produktion am Standort Zörbig um, um Bioethanol für Desinfektionsmittel statt Kraftstoff herstellen zu können. 

"Zeitgleich haben wir die rechtlichen Rahmenbedingungen geklärt und eine entsprechende Sondergenehmigung beantragt", berichtet Vorstand Prof. Dr. Oliver Lüdtke. 

Das grüne Licht vom Amt kam prompt. Heute stillt Verbio den Bedarf von Krankenhäusern und Apotheken an Hand-Desinfektionsmitteln.

Titelfoto: PR/Luvo-Impex, PR/VERBIO AG, Thomas Türpe

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