Sächsische Regierung ruft zur Vernunft auf: "Fahrt nicht in Risikogebiete"

Dresden - Sachsens Staatsregierung ruft die Bevölkerung zu Ernsthaftigkeit und Verantwortungsbewusstsein angesichts der stark steigenden Corona-Zahlen auf. "Es ist nicht vernünftig und absolut unverantwortlich, jetzt in Risikogebiete zu fahren", sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU) am Freitag mit Blick auf die bevorstehenden Ferien.

Michael Kretschmer (45, CDU, M), Ministerpräsident von Sachsen, und Petra Köpping (62, SPD, l.), Sozialministerin von Sachsen.
Michael Kretschmer (45, CDU, M), Ministerpräsident von Sachsen, und Petra Köpping (62, SPD, l.), Sozialministerin von Sachsen.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

"Wir haben alle eine Verantwortung für unser Umfeld." 

Anders als im Frühjahr sei die Nachverfolgung von Infektionsketten jetzt schwieriger, weil die Menschen sich frei bewegten statt nur daheim auszuharren.

Sachsen bleibe bei seinem liberalen Weg wie bisher – und bei seiner Hotspot-Strategie. 

"Wir wollen keinen zweiten Lockdown", so der MP. Auch die Grenzen zu Polen und Tschechien blieben offen. Aber alle müssten mitziehen. 

"Die Bewährungsprobe für das Land kommt jetzt. Wir werben um Sensibilität und Umsicht." 

Vor allem junge Erwachsene, die gerade in den Metropolen oft sorglos feierten, seien gefragt.

Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD) betonte, dass momentan keine neuen Verordnungen geplant sind. 

Corona-Hotline wird am Montag wieder aktiviert

In der Staatskanzlei diskutierten Petra Köpping (62, SPD, rechts) und MP Kretschmer (45, CDU) bereits vor Beginn der Sitzung.
In der Staatskanzlei diskutierten Petra Köpping (62, SPD, rechts) und MP Kretschmer (45, CDU) bereits vor Beginn der Sitzung.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Allein die Regeln rund um das bislang strikte Beherbergungsverbot würden gelockert: für Reisen aus wirtschaftlichen und für Reisen, die aus sozialen Gründen nach Sachsen stattfinden müssen. 

Dazu gehörten vor allem Besuche in familiären Angelegenheiten. Diese Lockerung tritt ab 3. November in Kraft.

Zugleich betonte die Ministerin: "Aus heutiger Sicht gibt es keinen Grund zur Sorge, aber wir dürfen nicht nachlässig sein!" 

Das Thema sei noch lange nicht vorbei. Aus diesem Grund werde Sachsen ab dem kommenden Montag seine Corona-Hotline von Frühjahr wieder aktivieren.

Die Staatsregierung hatte sich angesichts der steigenden Zahlen am Freitag mit den Vertretern der kommunalen Spitzenverbände und den Vertretern der medizinischen Verbände wie der Kassenärztlichen Vereinigung getroffen.

Dabei wurde bekannt, dass sich allein in Ostsachsen die Zahl der stationär zu behandelnden Corona-Patienten im Laufe einer Woche von rund 20 auf 40 verdoppelt haben. Für kommende Woche wird mit einer erneuten Verdopplung gerechnet. In Chemnitz liegen die Gesamtzahlen sogar noch höher. Für Leipzig wurde ein Mittelwert der Dresdner/ostsächsischen und der Chemnitzer/westsächsischen Krankenzahlen angegeben.

Zugleich wurde Sachsen als "absolutes Musterbeispiel" bei der Organisation seiner Intensivkapazitäten für Corona gelobt. Mehr noch: Sächsische Gesundheitsbehörden können dank einer eigens entwickelten App bezüglich der Zahlenentwicklung 10 bis 14 Tage in die Zukunft blicken.

Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

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