Sächsischer Radrennfahrer knallt gegen Eisenpfahl, zerstörter Helm rettet ihm wohl das Leben

Von Anke Brod

Grimma - "Leute, tragt einen Helm - er rettet Leben!" So abgedroschen dieser Satz klingen mag, für Wojciech Sobanski (36) aus Leipzig wurde er Freitagmorgen Realität. Bei Grimma war der sportliche junge Mann auf einer ausgewiesenen Radstrecke bergab mit voller Wucht mit dem Rennrad gegen einen Eisenpfahl mitten auf dem Weg geprallt! 

Wojciech Sobanski (36) ist am Freitag mit seinem Rennrad gegen einen Eisenpfahl geprallt.
Wojciech Sobanski (36) ist am Freitag mit seinem Rennrad gegen einen Eisenpfahl geprallt.  © privat

Im bunten Helm klaffte ein breiter Riss, der Lenker war auf einer Seite abgebrochen - wie abgeflext - so massiv muss der Aufprall auf den rot-weißen, fest im Asphalt eingelassenen Begrenzungspfahl gewesen sein! 

Das Unglück geschah neben der Schmorditzer Straße kurz vor dem Abzweig zur Fabrikstraße. "Die Eisenstange kam für mich wie aus dem Nichts", schilderte der Hobbycyclist TAG24. Dumpf erinnert er sich: "Es gab einen kräftigen Ruck, danach war erstmal gar nichts mehr!" 

Wojciech ist beim Rennradfahren nach eigenem Empfinden stets hochkonzentriert, hellwach, und er habe zudem wahre Adleraugen, so beschreibt er seine Sportlerattitüde. Der Pfahl an der Stelle sei für ihn am Freitag absolut unvorhersehbar gewesen.

Als Wojciech Sobanski aus seiner ersten Benommenheit wieder zu sich kam, rief er sofort Lebensgefährtin Dorota Komisarczyk in Leipzig an. "In nur 20 Minuten war ich Freitagmittag aus großer Angst um Wojciech dann auch schon in Grimma", erinnert sich die junge Frau. 

Offensichtlich habe ihr mit Kopf und Schulter heftigst auf den Boden geknallter Partner zunächst unter Schock gestanden. Im ersten Moment hatte er nämlich besorgte Nachfragen von Passanten abgewunken.

Warum steht der Eisenpfahl mitten auf dem Radweg?

Gegen diesen Eisenpfahl mitten auf dem Weg war Wojciech geprallt.
Gegen diesen Eisenpfahl mitten auf dem Weg war Wojciech geprallt.  © Anke Brod

Dorota fuhr ihren Freund sogleich ins Grimmaer Krankenhaus, und er musste bleiben. Nach gründlicher Untersuchung schlossen die Ärzte später glücklicherweise aber wohl schlimmere Kopf- und Schädelverletzungen aus. 

Und am Samstagnachmittag durfte der Unglücksrabe mit dem großem Glück im Spiel schließlich nach Leipzig zurückkehren. 

Was aus seiner schmerzenden Schulter wird, bleibt abzuwarten. Möglicherweise steht Wojciech da noch eine Operation bevor. Doch das ist für ihn gerade sekundär: "Ich bin schlapp und kaputt, doch der Helm hat mir ein zweites Leben geschenkt", davon ist der passionierte Rennradfahrer fest überzeugt.

Was ihm allerdings absolut schwer zu denken gibt: "Warum steht dieser massive Eisenpfahl mitten im Weg?" So etwas könne schon bei geringer Radfahrgeschwindigkeit gefährlich werden, findet der gebürtige Pole alarmiert - etwa im Dunkeln oder auf rutschigem Laub. 

An seinem Helm ist nun ein tiefer Riss zu erkennen. Ohne ihn hätte der Unfall durchaus schlimmer enden können.
An seinem Helm ist nun ein tiefer Riss zu erkennen. Ohne ihn hätte der Unfall durchaus schlimmer enden können.  © Anke Brod

Und angeblich soll es an dieser Stelle schon andere Radfahrer böse erwischt haben...

Titelfoto: Bildmontage: Anke Brod, privat

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