Saisonstart: Erdbeer-Bauern befürchten Absatzprobleme

Leisnig - Endlich! Die Erdbeersaison hat nun auch offiziell in Sachsen begonnen. Die Erzeuger erwarten eine gute Ernte, befürchten aber Absatzprobleme. Auch deshalb bleiben die Preise stabil. Im Elbland werden die "Früchtchen" gerade großflächig rot. Tatsächlich gibt es die ersten sächsischen Erdbeeren schon einige Zeit.

Die sächsische Blütenkönigin Helena (22) durfte am Mittwoch beim Start in die Erdbeersaison nicht fehlen. Sie isst die "Früchtchen", die botanisch gesehen eigentlich Nüsse sind, am Liebsten "pur und frisch".
Die sächsische Blütenkönigin Helena (22) durfte am Mittwoch beim Start in die Erdbeersaison nicht fehlen. Sie isst die "Früchtchen", die botanisch gesehen eigentlich Nüsse sind, am Liebsten "pur und frisch".  © Norbert Neumann

"Wir haben in den ersten Wochen eine Kaufzurückhaltung beim Kunden festgestellt", sagte Udo Jentzsch (57), Geschäftsführer des Landesverbands Sächsisches Obst, am Rande des offiziellen Starts in die Erdbeersaison am Mittwoch in Leisnig (Mittelsachsen).

Und das, obwohl die Preise im Vergleich zum Vorjahr nicht gestiegen sind. Das Kilo ist im Laden im Schnitt ab sieben Euro zu haben. Wer selber pflückt, muss mit Preisen ab vier Euro rechnen.

Aktuell machen den sächsischen Erzeugern die hohen Energiepreise zu schaffen, schon etwas länger der Mindestlohn und Billigimporte, vor allem aus Spanien und Marokko.

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Die Folge: In den vergangenen zehn Jahren schrumpfte die Anbaufläche von 650 auf 450 Hektar. Betriebsaufgaben wie in Nordrhein-Westfalen oder Einbußen wie beim Spargel befürchtet Verbands-Chef Jörg Geithel (60) jedoch nicht: "Auch die Ernteerwartung ist gut." Der Verband rechnet mit 2,4 Tonnen und damit mit höheren Erträgen als im vorigen Jahr (2,02 Tonnen).

Jörg Geithel (60) vom Landesverband Sächsisches Obst hat Absatzsorgen - auch wegen der hohen Energiepreise.
Jörg Geithel (60) vom Landesverband Sächsisches Obst hat Absatzsorgen - auch wegen der hohen Energiepreise.  © Norbert Neumann
Nicht für den Handel: Erzeugerin Claudia Funck (52) setzt vor allem auf Sorten wie "Honeoye" oder "Clery" und auf Selbstpflücker.
Nicht für den Handel: Erzeugerin Claudia Funck (52) setzt vor allem auf Sorten wie "Honeoye" oder "Clery" und auf Selbstpflücker.  © Norbert Neumann

Noch optimistischer blicken Erzeuger wie Claudia Funck (52) in die Saison. Auf ihren Flächen im Elbtal, in Leipzig und Zwickau setzt sie fast ausschließlich auf Selbstpflücker. Den Mindestlohn braucht sie also nicht zu fürchten. Nur die Nachfrage, die muss stimmen.

Titelfoto: Norbert Neumann

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