Schluss mit "Bumm-bumm!": Bei Sachsenobst knallt's nicht mehr!

Grimma - Um die Ernte von Äpfeln, Beeren und Co. vor Schäden zu bewahren, setzte die Obstland AG in den letzten Jahren verstärkt Hagelschutzkanonen ein. Diese Knallerei mit Schallwellen wurde jetzt aufgegeben. Die ohrenbetäubende Technik soll in liebevolle Hände abgegeben werden.

Solche Hagelkörner können nicht nur Autos beschädigen, sondern die Obsternten eines ganzen Jahres. (Symbolbild)
Solche Hagelkörner können nicht nur Autos beschädigen, sondern die Obsternten eines ganzen Jahres. (Symbolbild)  © picture alliance/dpa/CTK

Ein sommerlicher Hagelschlag kann die Früchte der Arbeit eines ganzen Jahres in nur wenigen Stunden zunichtemachen. Die Schallwellen der drei eingesetzten Kanonen sorgen dafür, dass der Hagel als Regen oder Nassschnee niederschlägt.

Doch wegen nächtlicher Ruhestörung – das Bumm-Bumm ist bis Leisnig zu hören – gab es auch verstärkt Anwohnerbeschwerden.

Hauptgrund für die Einstellung der Knallerei ist aber, dass der neue Obstland-Vorstand Erik Buitenhuis ganz sicher gehen will: "Kanonen geben keine 100-prozentige Sicherheit, Hagelschutznetze schon."

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Deshalb wurde seit Jahresbeginn der Ausbau von Hagelnetzsystemen für die Plantagen und Felder forciert. Die "Geräuschkulisse" (130 Dezibel bei zehn, 68 Dezibel bei 1000 Metern Entfernung) für die Anwohner entfällt.

Schluss mit "Bumm!" Die Hagelkanone hat im Obstland ausgedient.
Schluss mit "Bumm!" Die Hagelkanone hat im Obstland ausgedient.  © Maik Börner
Ausgeklügelte Netzsysteme sollen das Sachsenobst künftig vor Hagelschäden schützen.
Ausgeklügelte Netzsysteme sollen das Sachsenobst künftig vor Hagelschäden schützen.  © Obstland AG

Für die ausrangierte Technik sucht Sachsenobst nun einen Abnehmer.

Titelfoto: Bildmontage / Maik Börner / picture alliance/dpa/CTK

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