Schlusslicht Sachsen! Nicht alle Gesundheitsämter nutzen "Sormas"-Software zur Kontaktverfolgung

Leipzig - Die Gesundheitsämter in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen nutzen die Software "Sormas" zur Nachverfolgung von Kontakten in der Corona-Pandemie sehr unterschiedlich.

In Sachsen am wenigsten im Einsatz: Nicht alle Gesundheitsämter in Mitteldeutschland nutzen die "Sormas"-Software.
In Sachsen am wenigsten im Einsatz: Nicht alle Gesundheitsämter in Mitteldeutschland nutzen die "Sormas"-Software.  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Wie MDR Aktuell berichtete, ist das System am wenigsten in Sachsen im Einsatz: Nur drei von 13 Gesundheitsämtern seien hier an "Sormas" angeschlossen.

In Thüringen sei es nach Angaben des zuständigen Ministeriums in allen Gesundheitsämtern eingerichtet, in Sachsen-Anhalt in zwölf von 14 Ämtern installiert - dort werde es allerdings laut Sozialministerium nur von sechs Ämtern aktiv genutzt.

Das sächsische Gesundheitsministerium begründete die geringe Nutzung laut MDR damit, dass die Ämter bereits über eine einheitliche Software verfügten.

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"Im Infektionsschutzgesetz sind viele unterschiedliche meldepflichtige Aufgaben und Dokumentationspflichten geregelt. Viele davon werden in Sachsen mit der Fachanwendung Octoware bearbeitet. 'Sormas' deckt nur die Bearbeitung der Infektionen mit Sars-CoV-2 ab", zitierte MDR Aktuell das Ministerium.

Die Verwendung von "Sormas" sei nur dann zielführend, wenn sich beide Programme miteinander verknüpfen ließen.

Software sollte bis Februar 2021 überall installiert sein

Bund und Länder wollten mit "Sormas" ein einheitliches Meldesystem erreichen. Ursprünglich sollte die Software bis Ende Februar 2021 überall installiert sein.

Im Juni riefen die Bundesländer im Rahmen der Gesundheitsministerkonferenz den Bund dazu auf, fehlende Schnittstellen von "Sormas" zu anderen Anwendungen bereitzustellen. Laut Bundesgesundheitsministerium sind viele dieser Schnittstellen inzwischen eingerichtet.

Für die in Sachsen verwendete Software rechne man noch in dieser Woche mit den Ergebnissen erster Tests.

Titelfoto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

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