Sieben-Stufen-Ausstieg für den Corona-Lockdown: Was plant Sachsens Regierung?

Dresden - Wie wird Sachsen aus dem Corona-Lockdown aussteigen? Einem Medienbericht zufolge soll ein Sieben-Stufen-Plan dafür sorgen, dass in einzelnen Landkreisen und Städten unterschiedlich strenge Maßnahmen und Beschränkungen gelten können.

Derzeit befindet sich Sachsen noch im Lockdown. Ab März dürften sich die Regeln aber Schritt für Schritt lockern.
Derzeit befindet sich Sachsen noch im Lockdown. Ab März dürften sich die Regeln aber Schritt für Schritt lockern.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Schon seit Ende Januar arbeitet die sächsische Landesregierung an einer Exit-Strategie für den derzeit geltenden Lockdown. Nun gibt es offenbar einen ersten grundlegenden Entwurf und somit einen sogenannten "Orientierungsplan" für die kommenden Wochen und wohl auch Monate.

Wie die Freie Presse aus Chemnitz berichtet, sollen Beschränkungen sowie Lockerungen und ferner Teilöffnungen künftig nicht mehr unbedingt in ganz Sachsen einheitlich gelten. Stattdessen könnten sich die Regeln in einzelnen Landkreisen und kreisfreien Städten voneinander unterscheiden.

Zunächst muss dem Entwurf zufolge allerdings im gesamten Freistaat eine bestimmte Sieben-Tage-Inzidenz unterschritten werden. So sieht der entsprechende Plan sieben Stufen für Wochen-Inzidenzen ab 200, 100, 50 und 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner vor.

Die untersten drei Stufen hängen dabei davon ab, wie lange der sächsische Wochenwert die Grenze von 35 bereits unterschreitet: 7, 21 oder 35 Tage.

Sollte Sachsen es also schaffen, mehr als 35 Tage lang unter einem Wert von 35 zu verbleiben, dann würden so gut wie alle Beschränkungen aufgehoben.

Die Besonderheit des Exit-Plans sei folgende: Wenn einzelne Landkreise eine der Inzidenz-Stufen wieder übersteigen, im Rest des Landes aber eine niedrigere Infektionsrate herrscht, dann würden auch nur in der betroffenen Region Verschärfungen eingeführt.

Corona-Plan für Sachsen: Ausnahmen bei Maskenpflicht und Nahverkehr

Die Beschränkungen im Nahverkehr sollen erst weichen, sobald es in Sachsen ausreichend geimpfte Personen gibt.
Die Beschränkungen im Nahverkehr sollen erst weichen, sobald es in Sachsen ausreichend geimpfte Personen gibt.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Konkretes Beispiel: Derzeit herrscht in Sachsen eine Sieben-Tage-Inzidenz von 66,2, damit würden landesweit also einige Lockerungen möglich.

Im Landkreis Leipzig sowie im Vogtlandkreis liegen die Werte aktuell aber über 100, also würden dort - anders als im Rest des Landes - weiterhin die entsprechend deutlich strengeren Regeln gelten.

Ausnahmen sollen die Aufhebung der Maskenpflicht, die Erhebung von Kontaktdaten sowie die Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr bilden.

Diese Punkte würden nicht von Inzidenzen abhängen, sondern vom aktuellen Stand bei den Corona-Impfungen.

So viel also zur Mathematik hinter dem Entwurf.

Doch welche Lockerungen wären denn nun in welchen Bereichen vorgesehen?

Wann können in Sachsen Schulen, Hotels und der Einzelhandel öffnen?

Ab 8. März können Kinder wieder in die Schule.
Ab 8. März können Kinder wieder in die Schule.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Hier ein Überblick über die möglichen Corona-Lockerungen und Öffnungen in Sachsen.

Wann können Schulen und Kitas öffnen? Ab dem 8. März sollen zumindest Grundschulen und Kindertagesstätten wieder ihre Pforten öffnen, sofern die Inzidenz im jeweiligen Landkreis oder in der Stadt fünf Tage in Folge einen Wert von 100 unterschreitet. Wie es in weiterführenden Schulen aussieht, steht noch nicht in dem Entwurf.

Wann können Geschäfte und der Einzelhandel öffnen? Ab 1. März kann man wieder zum Friseur, zur Fußpflege und in die Fahrschule. Liegt die sachsenweite Inzidenz anschließend mindestens eine Woche lang unter 35, dürften auch Bau- und Gartenmärkte sowie Dienstleister (zum Beispiel Sonnenstudios) und der Einzelhandel aufmachen. Allerdings solle auch dann weiterhin die Beschränkung von maximal einem Kunden pro 20 Quadratmeter Ladenfläche gelten.

Wann können Hotels und Gaststätten öffnen? Fällt die landesweite Inzidenz unter 35, dürfte man wieder Außenbereiche in der Gastronomie nutzen. Komplett öffnen (zumindest mit entsprechendem Hygienekonzept) könnten Hotels und Gaststätten wieder, sobald Sachsen mehr als 21 Tage lang die 35 unterschreitet.

Wann können in Sachsen Museen, Bordelle und Diskos aufmachen?

Sofern die Inzidenz-Zahlen niedrig genug blieben, kann man bald auch wieder den Zoo besuchen.
Sofern die Inzidenz-Zahlen niedrig genug blieben, kann man bald auch wieder den Zoo besuchen.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Wann können Museen, Zoos und botanische Gärten öffnen? Laut dem Entwurf wäre das möglich, wenn in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt die Wocheninzidenz mehr als sieben Tage lang unter 35 liegt und gleichzeitig in ganz Sachsen der Wert unter 50 bleibt. Allerdings müssten weiterhin die Besucherzahlen beschränkt werden, Zoos dürften nur Außenbereiche öffnen.

Wann können Saunen, Spielbänken und Bordellen öffnen? Für solche Bereiche gibt es auch schon klare Pläne. So sollen Einrichtungen wie Saunen und Spielbänke wieder aufmachen, sobald die Sachsen-Inzidenz mehr als 21 Tage lang 35 unterschreitet. Bordelle, Dampfbäder und ähnliche Einrichtungen würden nach fünf Wochen unter 35 wieder zugänglich.

Wann können Clubs und Diskos öffnen? Sobald Sachsen mindestens fünf Wochen lang eine Inzidenz von unter 35 meldet, dürfte man auch wieder in Clubs und Diskos Tanzen gehen.

Bedenkt aber, dass dieser Sieben-Stufen-Plan und all diese möglichen Corona-Lockerungen bislang nur aus einem Entwurf der Regierung stammen.

Die finale Umsetzung kann letzten Endes nochmal anders aussehen.

Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

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