So geht sächsisch sicher nicht! Staatskanzlei fällt auf Neonazi rein

Dresden - "So geht sächsisch" - hoffentlich nicht! Schon am 21. August twitterte die offizielle Image-Kampagne des Freistaats ein Video, in dem ein Verein sich und seine Arbeit präsentierte. Zwei Monate später verschwand das Video wieder, denn der Vereins-Chef ist schon seit Jahren in der rechtsextremen Szene aktiv.

Die Kampagne "So geht sächsisch" ist die offizielle Image-Kampagne der Regierung unter Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU).
Die Kampagne "So geht sächsisch" ist die offizielle Image-Kampagne der Regierung unter Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU).  © Bildmontage/Thomas Türpe&Sebastian Kahnert/dpa

Als "echte Superhelden" bezeichnet der Twitter-Account von "So geht sächsisch" die Chefs Roman und Jan vom Verein "Erzgenial".

Tatsächlich sammelt der Verein Sach- und Geldspenden für sozial Benachteiligte und Behinderte. 

Allerdings ist Vereins-Chef Jan R. (37) noch anderweitig aktiv: 2009 holte er in Lößnitz 5,6 Prozent für die rechtsextreme NPD und zog für diese in den Stadtrat ein.

Auch zehn Jahre später zeigen ihn Fotos als Sicherheitsmann beim "Tiwaz", einem Kampfsportevent militanter Neonazis bei Zwickau 2019.

Die sächsische Staatskanzlei erfuhr erst diesen Mittwoch über Twitter davon: "Die Staatskanzlei und das Team von 'So geht sächsisch' wurden durch den Tweet, den Straßengezwitscher veröffentlicht hat, zum ersten Mal auf die politischen Aktivitäten aufmerksam", so Sprecher Ralph Schreiber (49).

"Dieser Bezug war uns zuvor leider nicht bekannt. Wir haben das Video und den Post dazu offline genommen und werden den Film auch künftig nicht einsetzen."

Der Twitter-Account "So geht sächsisch" präsentiert Sachsens typische Seiten

Angeblich wusste niemand von den rechtsextremen Aktivitäten von Jan R.

Dieses Video mit Jan R. (37,r.) lief bis vor Kurzem über den offiziellen Account der Imagekampagne.
Dieses Video mit Jan R. (37,r.) lief bis vor Kurzem über den offiziellen Account der Imagekampagne.  © Screenshot

Eigentlich hatte die Standortkampagne einen lokalen Filmemacher unterstützt, der für das Projekt "Kultur Digital" den Spot anfertigte. Auch dieser betont, nichts von den Aktivitäten seines Interviewpartners gewusst zu haben.

"Der Verein 'Erzgenial' erhält keine Unterstützung vonseiten der Staatskanzlei oder der Standortkampagne und hat auch im Rahmen der Filmerstellung keine Unterstützung erhalten", stellt Schreiber klar.

Jan R. und sein Verein reagierten bis zum Freitagabend nicht auf eine Anfrage von TAG24.

Titelfoto: Bildmontage/Thomas Türpe&Sebastian Kahnert/dpa

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