So würdigt die sächsische Politik Michail Gorbatschow

Dresden - Der Tod von Michail Gorbatschow (†91) hat auch in Sachsen Bestürzung und Anteilnahme ausgelöst. Das sagt die Politik über den Mann, dem Deutschland nach Aussage von Ministerpräsident Michael Kretschmer "viel zu verdanken hat".

Michail Gorbatschow starb mit 91 Jahren in Moskau.
Michail Gorbatschow starb mit 91 Jahren in Moskau.  © Jörg Carstensen/dpa

Ministerpräsident Michael Kretschmer (47, CDU):

"Das Ende des Kalten Krieges und die Deutsche Wiedervereinigung wären ohne ihn undenkbar gewesen", so der Ministerpräsident am Mittwoch-Morgen auf Twitter. "Wir trauern um Michail Gorbatschow, ein Mann des Friedens, dem Deutschland viel zu verdanken hat."

Wirtschaftsminister Martin Dulig (48, SPD):

Mittweida-Studenten machen Malle-Hit "Layla" zum Sachsen-Kracher
Sachsen Mittweida-Studenten machen Malle-Hit "Layla" zum Sachsen-Kracher

"Ein wahrhaft großer Staatsmann ist gestorben", äußerte sich Dulig bereits in der Nacht sichtlich betroffen. Gorbatschow "war für uns eine große Hoffnung. Glasnost und Perestroika - seine mutige Politik, die uns im Osten 1989 halfen die Freiheit zu erlangen. Ich verneige mich im Gedenken und tiefer Dankbarkeit".

Torsten Herbst (49), Dresdner und Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion:

"Michael Gorbatschow war ein Glücksfall für Deutschland und für uns Ostdeutsche. Wir verdanken ihm viel", so Herbst gegenüber TAG24. "Ohne seine mutige Politik der Perestroika und seine persönliche Unterstützung hätte es die deutsche Wiedervereinigung nicht gegeben. [...] Zur persönlichen Tragik Gorbatschows gehört, dass er im Ausland hoch geschätzt war, aber im Inland seine Bürger nicht überzeugen konnte."

Sind von "Gorbatschows Vision leider so weit entfernt wie lange nicht"

Frieden und Freiheit sind die Schlagwörter, die in den Nachrufen für "Gorbi" immer wieder fallen.
Frieden und Freiheit sind die Schlagwörter, die in den Nachrufen für "Gorbi" immer wieder fallen.  © Armin Weigel/dpa

Landtagsabgeordneter und Ex-OB-Kandidat in Dresden Albrecht Pallas (42, SPD):

"Sein Engagement hat den Kalten Krieg maßgeblich entschärft und die deutsche Wiedervereinigung möglich gemacht", so Albrecht Pallas zu TAG24. "Er hat gezeigt: Kooperation zwischen den wichtigen Staaten unserer Welt ist möglich. Umso bedauerlicher, dass Russlands aktuelles Regime sich dazu entschieden hat, seine Nachbarn zu bedrohen und mit Krieg zu überziehen. So sind wir von Michail Gorbatschows Vision von Frieden in Europa und der Welt leider so weit entfernt wie lange nicht."

Dresdens Bundestagsabgeordneter Markus Reichel (54, CDU):

Sachsen liegt flach: Krankschreibungen auf Rekord-Hoch!
Sachsen Sachsen liegt flach: Krankschreibungen auf Rekord-Hoch!

"Michail Gorbatschow verkörpert für mich die Kraft des Wandels und den Mut voranzugehen – auch gegen Widerstände", so Reichel zu TAG24. "Er hat sich nicht gegen Reformen gestemmt, sondern die Zeichen der Zeit erkannt und neue Ideen zugelassen. Das Ende des Kalten Krieges oder auch die politische Wende in der ehemaligen DDR – wer hätte damals gedacht, dass das möglich wäre? Diese Erfahrungen haben mein Leben entscheidend geprägt und sind heute für mich Ansporn und Inspiration für meinen politischen Weg."

Auch Politiker aus aller Welt äußerten sich zum Tod von Michail Gorbatschow. TAG24 hat die Statements für Euch zusammengefasst.

Titelfoto: Jörg Carstensen/dpa

Mehr zum Thema Sachsen: