Sozialer wohnen in Dresden und Leipzig: SPD-Fraktion fordert Mietpreisbremse

Leipzig/Dresden - Steigende Mieten, höhere Betriebskosten: Besonders in Dresden und Leipzig ist der Wohnungsmarkt angespannt. Deshalb will die SPD-Fraktion die Mietpreisbremse für die beiden sächsischen Metropolen durchdrücken.

Weniger Neubau, mehr Sanierung: Über 100 Millionen Euro sollen bis nächstes Jahr in den sozialen Wohnungsbau fließen.
Weniger Neubau, mehr Sanierung: Über 100 Millionen Euro sollen bis nächstes Jahr in den sozialen Wohnungsbau fließen.  © imago images/Christian Grube

Leipzig platzt aus allen Nähten. Zählte die Messestadt 1995 noch 470.000 Einwohner, knackte sie 2019 die 600.000er-Marke. Die Folge: stetig steigende Mieten, knappes Wohnungsangebot. Der Quadratmeterpreis für Wohnungen bis 80 Quadratmeter stieg zuletzt von 6 Euro (2017) auf 6,60 Euro (2019, Quelle: immowelt.de).

Ähnlich verläuft die Entwicklung in Dresden (2017: 7 Euro, 2019: 7,50 Euro) - auch bei den Nebenkosten. Nach den aktuellen Zahlen im kürzlich veröffentlichten Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbunds (DMB) kletterten sie 2018 in ganz Sachsen auf durchschnittlich 2,23 Euro pro Quadratmeter (2017: 2,16 Euro).

"Insbesondere für Familien mit geringem Einkommen nimmt die Mietbelastung unzumutbare Ausmaße an", sagt der wohnungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im sächsischen Landtag, Albrecht Pallas (41).

Die Fraktion fordert die Umsetzung einer Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag, die Einführung einer Mietpreisbremse für Leipzig und Dresden.

Torsten Herbst (47, FDP) fordert: "Sanieren und bauen!"
Torsten Herbst (47, FDP) fordert: "Sanieren und bauen!"  © Steffen Füssel
Albrecht Pallas (41, SPD) will eine Mietpreisbremse für Dresden und Leipzig.
Albrecht Pallas (41, SPD) will eine Mietpreisbremse für Dresden und Leipzig.  © Holm Helis

Mietpreisbremse soll bis zum Sommer angeschoben werden

In Dresden und Leipzig klettern die Mieten - Protest ist vorprogrammiert.
In Dresden und Leipzig klettern die Mieten - Protest ist vorprogrammiert.  © imago images/Peter Endig

Wenn die Mieten nicht mehr steigen dürfen, würden viele Eigentümer verkaufen - im ungünstigsten Fall an Fonds und anonyme Gesellschaften, warnt René Hobusch (44), Präsident des Eigentümervereins Haus & Grund Sachsen.

Auch für den sächsischen Bundestagsabgeordneten Torsten Herbst (47, FDP) ist die Mietpreisbremse das falsche Mittel. "Gegen Wohnraumknappheit hilft nur eines: sanieren und bauen."

Beim zuständigen Ministerium für Regionalentwicklung sieht man die Situation differenzierter. Die Mietpreisbremse könne im Vergleich mit bundesweiten Durchschnittswerten nicht begründet werden, heißt es auf TAG24-Anfrage. Tatsächlich liegen die Quadratmeterpreise in westdeutschen Metropolen deutlich höher, in München etwa bei 18,50 Euro (2019).

Die SPD-Fraktion bleibt dabei: Regionalminister Thomas Schmidt (59, CDU) soll den Prozess zur Einführung einer Mietpreisbremse unverzüglich in Gang setzen. Und zwar bis zum Sommer.

Titelfoto: imago images/Christian Grube

Mehr zum Thema Sachsen:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0