Erst horten, dann spritzen: Staatsregierung im Bunkermodus bei der Corona-Impfung

Dresden - Da passt etwas nicht zusammen: Obwohl Sachsen seit Wochen die deutsche "Corona"-Tabelle anführt, zählt der Hotspot gleichzeitig zu den Bundesländern mit der geringsten Anzahl von Impfungen gegen das Virus. Am Impfstoff mangelt es nicht. Oder doch?

Befürchtet Liefer-Engpässe: Noch lässt Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD) einen Teil der Impfdosen bunkern.
Befürchtet Liefer-Engpässe: Noch lässt Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD) einen Teil der Impfdosen bunkern.  © Thomas Türpe

Eigentlich ist Sachsen ausreichend bestückt: Laut Gesundheitsministerium wurden bislang 68.250 Impfdosen angeliefert. Davon sind Stand Montag aber bislang nur rund 4900 verimpft.

Macht mehr als 63.000 Reserve. Und Freitag sollen einer Sprecherin von Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD) zufolge nochmals einige Tausend Dosen Impfstoff ankommen.

Trotzdem starten die großen Impfzentren ausnahmslos erst am 11. Januar. Trotz der großen Reserven sind bislang nur 13 mobile Teams in Altenheimen im Einsatz.

Des Rätsels Lösung: Sachsen bunkert! "Gemäß Absprache der Gesundheitsminister halten wir derzeit 50 Prozent zurück, um die nötige zweite Impfung mit dem gleichen Impfstoff abzusichern - vor dem Hintergrund, dass die Lieferungen derzeit teils nur schwer planbar sind", so das Ministerium.

"Geplant ist, dass die verbliebenen Dosen bis zur nächsten Lieferung am 8. Januar verimpft werden."

Die Landesärztekammer (SLÄK) kennt die Zahlen und verweist darauf, dass das Anlegen von Vorräten einer Empfehlung des Robert Koch-Instituts folgt - obwohl in Sachsen eigentlich genügend Ärzte für das ganz große Impfen da wären, auch solche, die sich freiwillig meldeten.

Zugleich räumt die Kammer ein: "Die Organisation der Impfungen gestaltete sich schwieriger als erwartet."

Bislang kamen 68.250 Impfdosen an - verimpft sind nur 5000.
Bislang kamen 68.250 Impfdosen an - verimpft sind nur 5000.  © DPA/Robert Michael
Die sächsischen Impfzentren könnten eigentlich sofort loslegen.
Die sächsischen Impfzentren könnten eigentlich sofort loslegen.  © Kristin Schmidt
Auch dieses fertige Impfzentrum in Altchemnitz nimmt erst am 11. Januar den Dauerbetrieb auf.
Auch dieses fertige Impfzentrum in Altchemnitz nimmt erst am 11. Januar den Dauerbetrieb auf.  © Kristin Schmidt

Politik entscheidet, wann die Impfzentren in Sachsen öffnen

Das Impfen selbst ist übrigens im Freistaat Sache des Roten Kreuzes und der Kassenärztlichen Vereinigung (KV).

Doch selbst wenn beide mehr wollten und könnten: "Es ist eine Entscheidung der Politik, wann die Impfzentren öffnen", erklärt die KV. Wer wann dort konkret zum Zuge kommt, darüber will das Haus von Köpping in den kommenden Tagen informieren.

Titelfoto: Kristin Schmidt

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