Starkregen unterspült Sachsens Straßen

Dresden/Chemnitz - Das Tiefdruckgebiet "Nick" bringt aktuell viel Regen nach Sachsen. Damit steigt nicht nur die Hochwassergefahr. Die zunehmende Zahl an extremen Wetterereignissen stellt auch Wasser- und Abwasserbetriebe vor Probleme. Straßeneinbrüche und Schäden im Kanalnetz halten sie auf Trab.

Nach heftigen Regenschauern mussten die Autos in Chemnitz auf der Limbacher Straße durch eine große Wasserlache fahren. Die Kanalisation war mit dem Abtransport der Wassermassen für den Moment überfordert.
Nach heftigen Regenschauern mussten die Autos in Chemnitz auf der Limbacher Straße durch eine große Wasserlache fahren. Die Kanalisation war mit dem Abtransport der Wassermassen für den Moment überfordert.  © Kristin Schmidt

Mit jeder Sturzflut und jedem Starkregen steigt das Risiko, dass die ungestümen Wassermassen Schäden in den unterirdischen Abwasser-Kanälen anrichten. Das tosende, alles mit sich reißende Wasser besitzt die Kraft, Bauwerke sowie Mauern zu zerstören und so Hohlräume auszuspülen.

Je nachdem, wo diese Hohlräume sich befinden, können darüber liegende Straßendecken, Fußwege oder unversiegelte Flächen erst auf- dann und einbrechen.

Das kann jederzeit fast überall passieren - wie Vorfälle jüngst in Waldheim auf der Schillerstraße und in Chemnitz auf der Bürgerstraße bezeugen.

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"In der Vergangenheit sind in der kommunalen Infrastrukturplanung Überflutungsrisiken durch seltene und außergewöhnliche Starkregen zumeist nicht berücksichtigt worden. Das galt für die Entwässerungsplanung ebenso wie für die Bauleit- und die Straßenplanung", stellt dazu die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft (DWA) fest.

Die vermehrten Starkniederschläge der vergangenen Jahre haben jedoch zu veränderten Einschätzungen geführt.

In der Bitumendecke der Schillerstraße in Waldheim klafft seit dem 14. August ein Loch. Aus einem defekten Kanal war Abwasser ausgelaufen und hat den Unterbau der Straße weggespült.
In der Bitumendecke der Schillerstraße in Waldheim klafft seit dem 14. August ein Loch. Aus einem defekten Kanal war Abwasser ausgelaufen und hat den Unterbau der Straße weggespült.  © Sven Bartsch
Land unter im Zwickauer Land bei Crossen nach einem Unwetter. Die Feuerwehr pumpte die Unterführung leer. Beim Bau und der Planung neuer Kanalisationsanlagen werden Überflutungsrisiken heute mehr gewürdigt.
Land unter im Zwickauer Land bei Crossen nach einem Unwetter. Die Feuerwehr pumpte die Unterführung leer. Beim Bau und der Planung neuer Kanalisationsanlagen werden Überflutungsrisiken heute mehr gewürdigt.  © B&S/Bernd März

Die Betreiber der Entwässerungssysteme steuern gegen, indem sie zum Beispiel Kanäle ertüchtigen und sanieren. "Das in diesem Bereich erreichbare Schutzniveau ist jedoch begrenzt. Bei besonders starken Regenereignissen bleibt ein Risiko von Überlastungen der Kanalisation", so die DWA.

Titelfoto: Montage: B&S/Bernd März, Sven Bartsch

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