Streifzüge durch Sachsens Osten: Oberlausitz punktet mit viel Natur

Bautzen - Warum in die Ferne schweifen? Wie schön unsere Heimat ist, können Sie diesen Sommer bei unseren Reisen zu großen und kleinen Rekordhaltern in Sachsen erleben. Staunt Woche für Woche über Superlative in den sächsischen Tourismusregionen. Kleiner Tipp: Wenn Ihr alle der insgesamt sieben Serienteile aufmerksam lesen, ausschneiden und sammeln, könnt Ihr am Ende bei unserem großen Sachsen-Quiz tolle Reisepreise gewinnen - aber auch schon in jedem einzelnen Serienteil. Viel Spaß beim Planen Ihrer Touren auf den Spuren von Rekorden - zum Beispiel in der Lausitz.

Klein und fein!

Das Zittauer Gebirge im Dreiländereck Deutschland, Polen und Tschechien ist Deutschlands kleinstes Mittelgebirge. Seine höchste Erhebung ist die Lausche (792,6 m). Das Gebirge bezaubert mit bizarren Sandsteinfelsen, sanften Höhen und urwüchsiger Natur. Es liegt eingebettet in eine 1000-jährige Kulturlandschaft. Typische Umgebindehäuser geben den Dörfern der Oberlausitz unverwechselbaren Charme. Tipp: Fahren Sie ab Zittau mit der Schmalspurbahn ins Gebirge.

Umgebindehäuser verleihen der Lausitz einen unverwechselbaren Charme.
Umgebindehäuser verleihen der Lausitz einen unverwechselbaren Charme.  © imago images/Volker Preußer

"Je weiter der Blick, desto freier das Herz"

Der Karl-Friedrich-August-Turm in Löbau ist der einzige gusseiserne Aussichtsturm Europas. Wer ihn erklimmt, kann über die Oberlausitz bis hinüber ins tschechische Riesengebirge schauen. Der Turm besteht aus über 1 000 Einzelteilen. Zusammen bringen sie 70 Tonnen Gewicht auf die Waage. 120 Stufen zählt die Wendeltreppe, die hinauf in 28 Meter Höhe führt. Der Löbauer Bäckermeister Friedrich August Bretschneider erwarb sich Mitte des 19. Jahrhunderts große Ehren beim Bau des Wahrzeichens. Sein Motto: "Je weiter der Blick, desto freier das Herz."

Der Karl-Friedrich-August Turm in Löbau
Der Karl-Friedrich-August Turm in Löbau  © Imago Images / Hanke

Spur der Steine

Der Findlingspark Nochten ist Europas größter Steingarten mit 7 000 Findlingen und 100 000 Pflanzen. Die Kolosse erzählen Erdgeschichte, denn mit der Eiszeit kamen sie aus Skandinavien in unsere Region. Der Park hat im Sommerhalbjahr täglich geöffnet. Eintritt: Erwachsene 6 Euro/Kinder 2 Euro.

Im Hintergrund die Kulisse des Braunkohlenkraftwerks Boxberg.
Im Hintergrund die Kulisse des Braunkohlenkraftwerks Boxberg.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/ZB

Sachsens kleiner Balaton

Der Bärwalder See bei Boxberg schmückt sich mit dem Titel Sachsens größter Binnensee zu sein. Er ist 1299 Hektar groß und misst an seiner tiefsten Stelle 58 Meter. Segler und (Kite-)Surfer mögen den kleinen "Balaton", denn die Winde stehen dort für sie gut. Hobbymatrosen können von der Marina im Klittener Hafen aus in See stechen und in Boxberg/O.L. und Uhyst anlegen.

Segler und (Kite-)Surfer können sich auf dem Bärwalder See austoben (Symbolbild).
Segler und (Kite-)Surfer können sich auf dem Bärwalder See austoben (Symbolbild).  © Imago Images /Panthermedia

Der rote Faden

Von Großschönau ausgehend eroberten zwei Textil-Herstellungsverfahren Deutschland: 1666 wurde hier die kunstvolle Damastweberei eingeführt. 1856 kam die Frottierweberei in den Ort. Diese und weitere Geschichten erzählt das Damast- und Frottiermuseum Großschönau. Es stellt auch den letzten funktionsfähigen Damastzugwebstuhls Deutschlands aus.

Das Frottiermuseum Großschönau stellt auch den letzten funktionshäfigen Damastzugwebstuhl aus.
Das Frottiermuseum Großschönau stellt auch den letzten funktionshäfigen Damastzugwebstuhl aus.  © Imago Images / Sylvio Dittrich

Wo die Sonne aufgeht ...

Der östlichste Punkt Deutschlands befindet sich in einer Flussschleife der Neiße zwischen den Ortsteilen Deschka und Zentendorf. Seine exakten Koordinaten lauten: 51°16´22´´ nördlicher Breite, 15°02´37´´ östlicher Länge. Tipp: Ganz in der Nähe befindet sich das Abenteuer- und Freizeitresort "Die geheime Welt der Turisede" (auch bekannt als "Kulturinsel Einsiedel").

Der östlichste Punkt der Oberlausitz ist definitiv einen Besuch wert.
Der östlichste Punkt der Oberlausitz ist definitiv einen Besuch wert.  © PR

Besuch bei Seeadler, Karpfen und Isegrim

Die Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft ist Sachsens einziges UNESCO- Biosphärenreservat und das größte zusammenhängende Teichgebiet in Deutschland mit über 1000 angelegten Gewässern. Wie vor 500 Jahren dienen die Teiche heute noch der Fischzucht. Die Region besitzt zudem als Rastgebiet und Lebensraum für bedrohte Tiere, Vögel und Pflanzenarten Bedeutung. Seeadler und Wölfe haben dort Reviere. Tipp: Entdecken Sie auf dem Drahtesel die Gegend und befahren sie einen der vielen thematischen Radwege.

Die Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft ist das größte zusammenhängende Teichgebiet in Deutschland.
Die Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft ist das größte zusammenhängende Teichgebiet in Deutschland.  © PR

"Schiff ahoi!" im Lausitzer Seenland

Das junge Lausitzer Seenland ist Europas größte von Menschenhand geschaffene Wasserlandschaft mit mehr als 20 gefluteten Seen und schiffbaren Kanälen. Das Braunkohlerevier befindet sich im Wandel vom Bergbau-Standort hin zum Paradies für Wassersportler und Freizeitkapitäne. Tipp: Rund um die Bergbau-Seen gibt es asphaltierte Wege. Diese bieten sich zum Skaten und Radeln an.

Das Lausitzer Seenland ist schiffbar und die Wege um die Gewässer laden zum Skaten und Radeln ein.
Das Lausitzer Seenland ist schiffbar und die Wege um die Gewässer laden zum Skaten und Radeln ein.  © PR / Nada Quenzel

Wo der Biber baut

Die Königsbrücker Heide in der Westlausitz trägt zwei Titel. Mit einer Größe von 6932 Hektar ist der ehemalige Truppenübungsplatz das größte zusammenhängende Naturschutzgebiet im Freistaat Sachsen. Die fast 90-jährige militärische Nutzung löschte eine Kulturlandschaft. Seit 1996 überlässt man der Natur das Areal. Heute erfüllt die Heide als einziges Schutzgebiet Sachsens die Richtlinien der Weltnaturschutzunion IUCN für ein Wildnisgebiet.

Die Königsbrücke Heide in der Westlausitz
Die Königsbrücke Heide in der Westlausitz  © Imago Images / Hanke

Viel Spaß!

Titelfoto: PR

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