Streiks im mitteldeutschen Einzelhandel bis zum Samstag ausgeweitet

Leipzig/Erfurt/Magdeburg - Die Gewerkschaft ver.di hat am Donnerstag eine Ausweitung der Warnstreiks im Einzelhandel in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen bis Samstag angekündigt.

Schon seit Dienstag befinden sich Ikea-Mitarbeiter in Magdeburg in Streik – nun sollen weitere Einzelhandels-Beschäftigte folgen.
Schon seit Dienstag befinden sich Ikea-Mitarbeiter in Magdeburg in Streik – nun sollen weitere Einzelhandels-Beschäftigte folgen.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

Beschäftigte der Branche in Sachsen und Thüringen seien zur Arbeitsniederlegung bis zum Wochenende aufgefordert, teilte die Gewerkschaft mit. Schon seit Dienstag befinden sich Mitarbeiter von Ikea in Magdeburg sowie den Edeka-Centern Schönebeck und Haldensleben im Warnstreik.

Seit Donnerstag gehören nun auch Dresden, Ostsachsen, Leipzig und Gera zu Warnstreik-Schwerpunkten. "Zwar haben die Häuser geöffnet, doch wenn 10, 20, 30 oder 40 Beschäftigte bei dieser dünnen Personaldecke die Arbeit niederlegen, dann wirkt sich dies unmittelbar auf den Service aus", sagte der ver.di-Streikleiter in Zittau, Jens Uhlig.

In Gera wollten am Vormittag Beschäftigte von Kaufland aus Gera, Pößneck, Altenburg und Zeitz zu einer Kundgebung zusammenkommen.

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Die Verhandlungen zwischen Gewerkschaft und den Arbeitgebern waren am 13. September unterbrochen worden und sollen am 4. Oktober fortgesetzt werden.

Gewerkschaft ver.di und Arbeitgeber sind sich noch immer nicht einig

ver.di verlangt für die rund 280.000 Beschäftigten der Branche in den drei Ländern eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 4,5 Prozent plus 45 Euro monatlich. Zudem fordert die Gewerkschaft ein Mindestentgelt von 12,50 Euro pro Stunde.

Die Arbeitgeber bieten einen Drei-Jahresabschluss und für das erste Jahr nach zwei Nullmonaten 2 Prozent, für das zweite Jahr 1,4 Prozent und für das dritte Jahr 2 Prozent.

Für Unternehmen, die von der Pandemie besonders betroffen waren, sollen die Erhöhungen je zehn Monate beziehungsweise sechs Monate später gezahlt werden.

Dies lehnt die Gewerkschaft ab – und sieht es auch als größten Konfliktpunkt.

Titelfoto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

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