Tourismus soll endlich wieder raus aus dem Krisenmodus: So buhlt Sachsen um Besucher

Dresden - Erst Lockdown, dann Reiseverbot. Sachsens Tourismusindustrie steckt in der Krise. Im März wollte Sachsen eigentlich als Partnerland der Internationalen Tourismusbörse Berlin (ITB) werben. Doch die weltgrößte touristische Leitmesse wurde bereits zum dritten Mal abgesagt. Jetzt sollen Ikonen wie Bach, Wagner oder das Leipziger Gewandhausorchester Touristen anlocken.

Wo macht man Urlaub? In Sachsen! Freundinnen auf dem Neumarkt vor der Frauenkirche ein Dresden.
Wo macht man Urlaub? In Sachsen! Freundinnen auf dem Neumarkt vor der Frauenkirche ein Dresden.  © imago/PantherMedia/Arne Trautmann

Im vergangenen Jahr wurden mit elf Millionen Übernachtungen 37,5 Prozent weniger Sachsen-Urlauber gezählt als im Vor-Corona-Jahr 2019. Die Anzahl der Touristen ging sogar um 47 Prozent zurück.

"Das Warten auf den touristischen Neustart nach dem ausgefallenen Weihnachtsgeschäft, geschlossener Unterkünfte, Museen, Freizeiteinrichtungen sowie Skilifte in den Wintersportorten hat sehr an unseren Nerven gezerrt", sagt Veronika Hiebl (51), Geschäftsführerin der Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen (TMGS). "Seit Freitag dürfen wir endlich wieder Vollgas geben, sind optimistisch für einen gästereichen Saisonstart."

Jetzt soll mit international bekannten Namen wie Johann Sebastian Bach, Richard Wagner oder dem Gewandhausorchester Leipzig die Werbetrommel für Urlaub im Sachsenland gerührt werden.

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Insgesamt steht der TMGS jährlich ein siebenstelliges Werbebudget zur Verfügung. "Dabei wird bezogen aufs Ausland auch in diesem Jahr der Fokus auf den grenznahen und europäischen Märkten liegen, denn hier ist die schnellste Erholung zu erwarten", sagt TMGS-Sprecherin Ines Nebelung (53).

In Tschechien und Polen werden Online- und Plakatkampagnen in großen Städten gestartet. "In Polen macht zudem originelle Kinowerbung Lust auf Sachsen."

So sollen die Touris nach Sachsen gelockt werden

Für wen engagiert sie sich? Für Sachsen! TMGS-Chefin Veronika Hiebl (51): "Wir blicken hoffnungsvoll auf 2022."
Für wen engagiert sie sich? Für Sachsen! TMGS-Chefin Veronika Hiebl (51): "Wir blicken hoffnungsvoll auf 2022."  © Uwe Meinhold

In der Schweiz buhlen Motive der Moritzburg, des Dresdner Zwingers oder der Basteibrücke auf Videoscreens in den Bahnhöfen von Basel, Bern, Luzern, Zürich und St. Gallen um Gäste. In Österreich und den Niederlanden wird Kultur-, aber auch Aktivtourismus beworben.

Vor allem auf sozialen Kanälen im Ausland wird die Kampagne "Saxony Travel Dreams" mit emotionalen und inspirierenden Clips gestartet.

Bei der Deutschen Welle (weltweit 220 Millionen Nutzer in TV- und Online-Kanälen) stellt die deutsch-schottische Influencerin Hannah Hummel mit der zweisprachigen siebenteiligen Serie "Ausfahrt Kultur/Destination Culture" unter anderem den Fürst Pückler Park in Bad Muskau und das Haus Schminke in Löbau vor.

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Für Familienurlauber steht seit Jahresbeginn ein neuer Urlaubskatalog mit 130 als familienfreundlich zertifizierten Freizeiteinrichtungen, Unterkünften und Orten (z. B. mit gesicherten Spielplätzen und einer extra Speisekarte für Kinder) zum kostenlosen Download bereit: www.sachsen-tourismus.de

Wo geht das? In Sachsen! Touristen auf der Aussichtsplattform der Felsenburg im Elbsandsteingebirge.
Wo geht das? In Sachsen! Touristen auf der Aussichtsplattform der Felsenburg im Elbsandsteingebirge.  © imago/imagebroker
Wer sollte 2022 ITB-Partnerland werden? Sachsen!
Wer sollte 2022 ITB-Partnerland werden? Sachsen!  © obs/Messe Berlin GmbH/Messe Berlin/Tom Maelsa

Nur bei Gästen aus den USA, China und Russland ist Marketing-Chefin Hiebl vorsichtig: "Diese Märkte werden sich wohl erst ab 2023 wieder merklich erholen." Weiter geworben wird hier deshalb erst recht.

Titelfoto: Montage: imago/imagebroker, imago/PantherMedia/Arne Trautmann

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