Touristen kommen wieder nach Sachsen, aber nicht alle Städte profitieren

Bad Schandau/Dresden - Langsam kommen die Touristen wieder zurück nach Sachsen - meist Urlauber aus Deutschland, die ihre Sommerferien 2020 eigentlich im Ausland verbringen wollten. Doch bislang ist der ländliche Raum bei ihnen beliebter als die sächsischen Städte.

Andrang fast schon wie zu Vor-Corona-Zeiten: Auf der Dresdner Touri-Meile Münzgasse waren die Restaurants am Samstag gut besucht.
Andrang fast schon wie zu Vor-Corona-Zeiten: Auf der Dresdner Touri-Meile Münzgasse waren die Restaurants am Samstag gut besucht.  © Holm Helis

Das Elbhotel in Bad Schandau ist bereits seit Aufhebung der Reisesperre am 15. Mai gut gebucht. "Im Juni hatten wir sogar 30 Prozent mehr Gäste als im Vorjahresvergleich", sagt Geschäftsführer Daniel Mitzscherlich (48). "Bei der Gastronomie stoßen wir inzwischen an Kapazitätsgrenzen." 

Viele seiner Gäste erzählten, "dass sie eigentlich nach Frankreich, Italien oder auf eine Kreuzfahrt wollten. Aber Wandern ohne Mundschutz hat sie dann von einem Urlaub in der Sächsischen Schweiz überzeugt". Inzwischen sorgen vor allem am Wochenende die vielen Wildparker im Kirnitzschtal regelmäßig für Park-Chaos.

Doch nicht alle können vom Boom des innerdeutschen Tourismus profitieren. "In Städten wie Dresden, Leipzig oder Pirna sehen die Buchungszahlen noch nicht so rosig aus", sagt Thomas Pfenninger (49) von der DEHOGA Sachsen. 

Ein Grund seien abgesagte Stadtfeste, Konzerte oder Veranstaltungen, so wie das am vergangenen Wochenende geplante Stadtfest in Pirna. Pfenninger: "Wenn nichts geboten wird, fallen Arrangement-Wochenendbuchungen rund um die Feste weg." Ein Lichtblick sind Tagestouristen, die in die Städte fahren - aber am Abend eben auch wieder zurück nach Hause.

Auch beim Anstehen immer schön Abstand halten: Vor der Frauenkirche bildete sich schon wieder die gewohnt lange Warteschlange.
Auch beim Anstehen immer schön Abstand halten: Vor der Frauenkirche bildete sich schon wieder die gewohnt lange Warteschlange.  © Holm Helis
"Städte werden meist von Tagestouristen besucht": Thomas Pfenninger (49), Leiter der DEHOGA-Geschäftsstelle Sächsische Schweiz.
"Städte werden meist von Tagestouristen besucht": Thomas Pfenninger (49), Leiter der DEHOGA-Geschäftsstelle Sächsische Schweiz.  © DEHOGA Sachsen e.V.

Bei Stadtführerin Leni Diener (43), die Kulinarische Touren durch die Dresdner Alt- und Neustadt anbietet, läuft das Geschäft langsam wieder an. "Diese Woche hatte ich Gäste aus Ostfriesland und sechs Damen aus Nordrhein-Westfalen, die sich wegen der Corona-Ausbrüche dort anfangs gleich für ihre Herkunft entschuldigt haben."

Und das, obwohl sie gar nicht aus den Krisenkreisen Gütersloh oder Warendorf stammten.

Titelfoto: Holm Helis

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