Tränen der Rührung: Abgeschobene neunköpfige Familie darf wieder nach Deutschland

Pirna/Tiflis (Georgien) - Erleichterung in der georgischen Hauptstadt: Am Freitag entschied das Oberverwaltungsgericht in Bautzen, dass die Abschiebung von Ilona (32), Ilia Imerlishvili (33) und ihrer sieben Kinder rechtswidrig war. Nun muss der Freistaat Sachsen sie wieder zurückholen.

Die neunköpfige Familie Imerlishvili konnte gestern wieder strahlen.
Die neunköpfige Familie Imerlishvili konnte gestern wieder strahlen.  © privat

Das Schicksal der georgischstämmigen Familie bewegte ganz Deutschland: Mitten in der Nacht mussten sie packen und zum Flughafen, fünf der sieben Kinder hatten Georgien noch nie gesehen.

Die Kinder waren es auch, die nun das Gericht dazu bewegten, gegen die Abschiebung zu entscheiden. Gymnasiastin Lika (11) und Grundschüler Luka (10) hatten Anträge auf einen Aufenthaltstitel gestellt: "Ein Anspruch auf Erteilung eines Aufenthaltstitels im Hauptsacheverfahren sei für sie nicht offensichtlich zu verneinen, da sie seit vier Jahren erfolgreich das Gymnasium bzw. die Grundschule besuchten", heißt es vom Gericht.

"Es handle sich bei ihnen damit um Jugendliche und Heranwachsende, bei denen angenommen werden könne, dass sie gut integriert seien." So steht ihnen bis zur Entscheidung ein Aufenthaltsrecht zu, das auch der Familie eine Duldung bringt.

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Nun sind die Behörden am Zug: "Die Landesdirektion wird den Beschluss des Oberverwaltungsgerichtes auswerten und dessen Umsetzung – soweit diese in ihrer Zuständigkeit liegt – vollziehen", so Landesdirektions-Sprecher Holm Felber (62). "Die Details sind noch nicht geklärt."

Grenzenlose Freude bei Familie Imerlishvili

Matthias Knebel (36) und Isabel Schröbler (36) machten sich mit vielen anderen in Pirna für die Rückkehr der Familie stark.
Matthias Knebel (36) und Isabel Schröbler (36) machten sich mit vielen anderen in Pirna für die Rückkehr der Familie stark.  © Norbert Neumann

In Tiflis brachen Freudentränen aus: "Wir haben geschrien vor Freude", sagt Ilona Imerlishvili (32) TAG24.

"Auch unsere Arbeitgeber haben sich schon gemeldet, dass wir weitermachen können. Die Schule geht auch im September wieder los. Wir können wieder nach Hause! Vielen Dank an unsere Anwältin Anne Nitschke, das Gericht und alle, die uns unterstützt haben!"

Titelfoto: privat

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