Trockenes Sachsen: Erste Städte verbieten Wasserentnahme

Dresden/Torgau - Weil es in Sachsen schon wieder viel zu trocken ist, verbieten immer mehr Landkreise die Entnahme von Wasser aus Flüssen, Bächen und Seen. Und zwar für Monate - es drohen Bußgelder!

Die Schwarze Elster im vergangenen Sommer: Die heftige Dürre macht Sachsens Gewässern immer noch zu schaffen.
Die Schwarze Elster im vergangenen Sommer: Die heftige Dürre macht Sachsens Gewässern immer noch zu schaffen.  © Holm Helis

Denn viele kleine Gewässer sind schon jetzt nur Rinnsale. Auch Dresden greift durch. Fast alle der 40 beobachteten Fließgewässer in Dresden führen nur noch wenig bis sehr wenig Wasser, so das Umweltamt.

Fünf Bäche sind teilweise oder ganz ausgetrocknet! Heißt: Ab sofort bis 15. Oktober ist es in Dresden verboten, Wasser aus oberirdischen Gewässern abzupumpen. Besonders streng: Selbst mit Handgefäßen darf nichts geschöpft werden!

Bei Verstoß drohen mindestens 50 Euro Bußgeld. "Verschärft und mitverursacht wird die Situation durch die Dürrejahre 2018 und 2019", so der Dresdner Umweltamtsleiter Wolfgang Socher.

Und auch Winter und Frühling waren viel zu trocken, konnten das Defizit nicht ausgleichen. Besonders betroffen sei die Prießnitz, einer der größten Bäche im Stadtgebiet.

Arg gebeutelt ist auch der Kreis Nordsachsen, wie schon 2018 und 2019. Hier darf bis Ende Oktober kein Wasser mit Pumpen entnommen werden.

"Besonders in den kleineren Zuflüssen bestehen kritische Situationen bis hin zum Austrocknen der Quellgebiete", so Umweltdezernent Eckhard Rexroth. Die Situation sei für Tiere und Pflanzen sehr angespannt. "Verstöße können mit bis zu 50.000 Euro Bußgeld geahndet werden."

In Dresden ist unter anderem der Kaitzbach besonders betroffen.
In Dresden ist unter anderem der Kaitzbach besonders betroffen.  © Petra Hornig
Durch das Regendefizit fehlt Wasser in den Grundwasserspeichern, so der Dresdner Umweltamtsleiter Wolfgang Socher.
Durch das Regendefizit fehlt Wasser in den Grundwasserspeichern, so der Dresdner Umweltamtsleiter Wolfgang Socher.  © Ove Landgraf
Die Karte zeigt die aktuellen Wasserstände. Ein Großteil der Gewässer führt Niedrigwasser (braune Punkte).
Die Karte zeigt die aktuellen Wasserstände. Ein Großteil der Gewässer führt Niedrigwasser (braune Punkte).  © Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Auch im Kreis Görlitz darf bis Ende September kein Wasser per Pumpe entnommen werden. Gewerbliche Gärtnereien und Landschaftsbauer sind ausgenommen. Grund auch hier: Die extreme Dürre 2019 und weiter fehlender Regen. Das Landesumweltamt in seinem aktuellen Wasserbericht: "Eine nachhaltige Verbesserung ist nicht zu erwarten."

Titelfoto: Holm Helis

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