Trotz aller Maßnahmen: Wieder viele Infizierte und Tote in Sachsen

Dresden - Endlich niedrige Corona-Zahlen?
Das sächsische Kabinett will am Mittwoch über das weitere Vorgehen entscheiden. Dazu gehört auch, ob es im ÖPNV und beim Einkaufen eine FFP2-Maskenpflicht geben wird.
Das sächsische Kabinett will am Mittwoch über das weitere Vorgehen entscheiden. Dazu gehört auch, ob es im ÖPNV und beim Einkaufen eine FFP2-Maskenpflicht geben wird.  © dpa/Sebastian Kahnert

Mitnichten: Der tiefe Wert von Montag hat sich als Eintagsfliege entpuppt. Doch es gibt Hoffnung an anderer Stelle: Die Inzidenz ist weiter gesunken, die Behörden kommen wieder mit der Nachverfolgung hinterher.

Rund 1200 Fälle wurden von Montag zu Dienstag registriert, und erneut mit 141 eine dreistellige Todeszahl. Dafür aber liegt der allgemeine Kennwert für eine hohe Corona-Falldichte, die 7-Tage-Inzidenz, im guten unteren 200er-Bereich.

Das wiederum ermöglicht laut Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD) und Innenminister Roland Wöller (50, CDU) den Gesundheitsämtern nach mehreren Wochen erstmals wieder genügend Nachverfolgung von Kontakten. "Die Kontrolldichte nimmt (wieder) zu", erklärte Wöller.

Dabei greifen den lokalen Ämtern nach wie vor Hunderte sächsische Staatsbeamte und Bundeswehrangehörige unter die Arme.

Bei der Schnelltestkampagne an Sachsens Schulen wurden binnen zwei Tagen 23 positive Schüler und acht Corona-positive Lehrkräfte entdeckt.
Bei der Schnelltestkampagne an Sachsens Schulen wurden binnen zwei Tagen 23 positive Schüler und acht Corona-positive Lehrkräfte entdeckt.  © dpa/Senastian Kahnert
Die nächtlichen Ausgangssperren werden Sachsen noch eine Weile erhalten bleiben.
Die nächtlichen Ausgangssperren werden Sachsen noch eine Weile erhalten bleiben.  © DPA/Robert Michael

Selbst in der Debatte um Grenzen tut sich etwas

Die Todeszahlen bleiben hoch. Demgegenüber hat sich die Situation auf den Corona-Intensivstationen etwas entspannt, wenn auch nur leicht.
Die Todeszahlen bleiben hoch. Demgegenüber hat sich die Situation auf den Corona-Intensivstationen etwas entspannt, wenn auch nur leicht.  © DPA/Robert Michael

Auch die Polizei hilft: Laut Wöller bekommt jede Kommune auf Wunsch für ihr Gesundheitsamt einen Verbindungsbeamten, der im Zweifel bei Quarantänehaushalten vorbeischaut oder auch sonst auf dem kurzen Dienstweg Amtshilfe leistet.

Selbst in der Debatte um die Grenzen tut sich etwas. Zwar müssen sich Pendler von und nach Polen sowie von und nach Tschechien seit dieser Woche einmal in sieben Tagen einem Schnelltest unterziehen, doch die Gefahr von eingeschleppten Viren bleibt.

Darum schlägt der Bautzner Landtagsabgeordnete Marko Schiemann (65, CDU) jetzt eine vorübergehende Schließung der Grenzen vor.

Begründung: "Da an den Grenzübergängen keine lückenlosen Personenkontrollen erfolgen, konnte bisher nicht garantiert werden, dass die gültigen Regelungen aus der sächsischen Corona-Quarantäneverordnung eingehalten werden."

Ausnahmen für den Grenzübertritt dürfe es nur für getestete Berufspendler und Transporte geben.

Welche Corona-Regeln stellt Sachsen am Mittwoch vor?

Bleiben weiter zu: Die meisten Geschäfte (hier: die Prager Straße in Dresden) dürfen noch immer nicht öffnen.
Bleiben weiter zu: Die meisten Geschäfte (hier: die Prager Straße in Dresden) dürfen noch immer nicht öffnen.  © Steffen Füssel

Nach Beratungen von Bund und Ländern will das sächsische Kabinett am Mittwoch die neuen Corona-Regeln für Sachsen festlegen. Am Mittag sollen sie der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Dienstagnachmittag kamen in einer Schalte die Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) zusammen, um über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise zu beraten.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU) hatte sich im Vorfeld offen für eine Verlängerung bis 14. Februar gezeigt, zugleich aber einen viel schärferen Lockdown für Sachsen ausgeschlossen.

Eine Schließung der Betriebe oder Einstellung des öffentlichen Nahverkehrs werde es nicht geben, hatte er am Montagabend in der Sendung "Fakt ist!" im MDR-Fernsehen gesagt. Das entbehre jeder Grundlage.

Der Freistaat hatte zuvor bereits teils weitergehende Maßnahmen als andere Länder eingeführt - etwa die Ausgangssperre ab 22 Uhr oder den 15-Kilometer-Radius im Umfeld der Wohnadresse.

Zudem hatte Sachsen schon Anfang Januar den Lockdown bis zum 7. Februar verlängert.

Titelfoto: dpa/Robert Michael/dpa/Sebastian Kahnert

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