Unerlaubte Corona-Proteste in Sachsen: Mancherorts gehen Tausende auf die Straßen

Bautzen/Freiberg -Bundesweit riefen Rechtsextremisten und Pandemieleugner auf, nach Freiberg und Bautzen zu kommen. In der Vergangenheit konnten sie hier trotz Verbot mit mehreren hundert Teilnehmern aufmarschieren. Diesmal gelang ihnen das nur zum Teil.

Auf dem Kornmarkt erwartete ein Großaufgebot der Polizei die Demonstranten.
Auf dem Kornmarkt erwartete ein Großaufgebot der Polizei die Demonstranten.  © Lausitznews

In Freiberg waren die Straßen schnell voll: Bis zu 1000 Teilnehmer sammelten sich am Albertpark und zogen los. Immer wieder kreuzten Polizeifahrzeuge den Zug, der sich schnell in mehrere Ströme aufteilte.

Offenbar hatten die rechtsextremen "Freien Sachsen" auf Freiberg gesetzt, denn neben deren Kopf Martin Kohlmann (44), waren auch die Kader Michael Brück (31) und Stefan Trautmann (34) vor Ort.

Auch Mitglieder der Neonazi-Partei "Der III. Weg" liefen bei der unangezeigten Demo mit, vereinzelt flogen Böller.

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Für mehrere hundert Demonstranten wird der Montagabend teuer: In der Jungestraße kesselte die Polizei diese ein, einige schoben einen Bauzaun beiseite, konnten so flüchten.

Polizeisprecherin über die aktuelle Lage bei der Corona-Demo in Freiberg

Weite Teile der Lausitzstadt waren abgeriegelt.
Weite Teile der Lausitzstadt waren abgeriegelt.  © Lausitznews
In der Jungestraße endete für Hunderte die Demo in einem Kessel.
In der Jungestraße endete für Hunderte die Demo in einem Kessel.

Polizei kesselt 50 Demonstranten in Bautzen ein

Kurz vor der Kreuzung zur Dresdner Straße hielt die Polizei den Zug auf.
Kurz vor der Kreuzung zur Dresdner Straße hielt die Polizei den Zug auf.  © Sebastian Willnow/dpa

Wenig später hatte die Polizei auch diese Lücke geschlossen. Einzeln wurden die Demonstranten aus dem Kessel geführt und ihre Personalien aufgenommen: "Sie erwartet die entsprechende Ordnungswidrigkeitsanzeige", so Polizeisprecherin Jana Ulbrich (43).

Zu einem gefährlichen Katz-und-Maus-Spiel kam es in Bautzen: Hier wollten rund 300 Pandemieleugner von der Schliebenstraße zum Kornmarkt ziehen. Die Polizei stoppte den Aufzug nach nur wenigen Metern, kesselte 50 Personen ein.

Trotzdem sammelten sich auf dem Kornmarkt rund 700 Personen. Als die Polizei den Pulk auflöste, kam es zu Auseinandersetzungen mit mehreren Gruppen an verschiedenen Orten der Stadt. Auch Pfefferspray kam zum Einsatz.

Titelfoto: privat

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