Ungeimpfte müssen draußen bleiben: Sachsens 2G-Modell bekommt Gegenwind

Dresden - Für Ungeimpfte könnte es im Freistaat bald schwieriger werden, ins Restaurant oder ins Kino zu gehen. Denn Sachsen will das 2G-Modell (Zutritt nur für Geimpfte und Genesene) ermöglichen. Das findet nicht nur Zuspruch.

Der Impfausweis als Eintrittskarte? Das könnte in Sachsen vielerorts zur Normalität werden.
Der Impfausweis als Eintrittskarte? Das könnte in Sachsen vielerorts zur Normalität werden.  © dpa/Sven Hoppe

Staatskanzlei-Chef Oliver Schenk (53, CDU) präsentierte am Dienstag die Pläne für Sachsens neue Corona-Verordnung. Die wichtigste Neuerung ist das "2G-Options-Modell".

Veranstalter und Gastronomen sollen künftig die Möglichkeit haben, den Zutritt auf Geimpfte und Genesene zu beschränken - und dafür auf Maskenpflicht und Abstandsgebot zu verzichten.

"Damit können die Gastronomen in ihrer Gaststätte eine Atmosphäre schaffen wie vor der Pandemie", sagte Staatskanzlei-Chef Schenk. Die 2G-Option soll etwa auch bei Kinos, Theatern und Veranstaltungen mit maximal 5000 Besuchern möglich sein.

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Ungeimpfte müssten dann selbst mit Negativ-Test draußen bleiben. Auch Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren würden nur Zutritt erhalten, wenn sie geimpft oder genesen sind.

Staatskanzlei-Chef Oliver Schenk (53, CDU) stellte am Dienstag die geplante 2G-Option für Sachsen vor.
Staatskanzlei-Chef Oliver Schenk (53, CDU) stellte am Dienstag die geplante 2G-Option für Sachsen vor.  © Petra Hornig
Axel Klein (52), Chef der DEHOGA Sachsen, wünscht sich auch für Getestete mehr Freiheiten.
Axel Klein (52), Chef der DEHOGA Sachsen, wünscht sich auch für Getestete mehr Freiheiten.  © Petra Hornig
Der Dresdner Club-Chef Andy Pönicke (43) setzt auf das 2G-Modell.
Der Dresdner Club-Chef Andy Pönicke (43) setzt auf das 2G-Modell.  © Steffen Füssel

DEHOGA will Normalbetrieb auch mit 3G

Ein solches Schild könnte bald an vielen Türen im Freistaat hängen.
Ein solches Schild könnte bald an vielen Türen im Freistaat hängen.  © imago images/Bihlmayerfotografie

Die Betreiber sollen selbst entscheiden können, ob sie die 2G-Option nutzen oder bei der gewohnten 3G-Regel bleiben.

Der Dresdner Club "Gisela" führte schon vor rund drei Wochen die 2G-Regel ein. Seitdem können die Gäste dort ohne Maske und Abstand feiern.

"Gisela"-Chef Andy Pönicke (43): "Die Leute genießen es, wieder normal Spaß zu haben."

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Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) in Sachsen ist hingegen kritisch: "Auch bei 3G muss ein normaler Betrieb wieder möglich sein", sagt Hauptgeschäftsführer Axel Klein (52).

Das Kabinett will die neue Verordnung kommenden Dienstag beschließen, am 23. September soll sie in Kraft treten.

Titelfoto: Bildmontage: dpa/Sven Hoppe/Petra Hornig

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