"Unrühmlicher Rekord" in Sachsen: Schon 96 antisemitische Straftaten im ersten Halbjahr

Dresden - Die sächsische Polizei hat im ersten Halbjahr 2021 nach einer Auswertung der Partei Die Linke 96 antisemitische Straftaten im Freistaat gezählt.

Die Polizei in Sachsen muss immer häufiger auf Straftaten mit antisemitischem Hintergrund reagieren. (Symbolbild)
Die Polizei in Sachsen muss immer häufiger auf Straftaten mit antisemitischem Hintergrund reagieren. (Symbolbild)  © Sebastian Kahnert/dpa

Das geht aus monatlichen kleinen Anfragen der Landtagsabgeordneten Kerstin Köditz (54, Linke) hervor, wie die Partei am Freitag mitteilte.

Die Abgeordnete rechnete demnach die gemeldeten Straftaten der sechs Monate zusammen. Die Zahlen stammen aus den Antworten des sächsischen Innenministeriums auf die kleinen Anfragen der Abgeordneten.

"Die aktuellen Daten sind vorläufig, weil Nachmeldungen fehlen, die erfahrungsgemäß erst verzögert in die Statistik eingehen", sagte Köditz laut Mitteilung.

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Die Entwicklung sei aber schon jetzt alarmierend, da für das gesamte Vorjahr 173 Taten gemeldet worden seien. Dabei sei 2020 schon ein Höchststand erreicht worden, jetzt drohe ein weiterer Anstieg und damit ein "unrühmlicher Rekord".

Laut der Auswertung entfällt etwa die Hälfte aller Taten auf die drei Großstädte Leipzig (23), Dresden (16) und Chemnitz (13).

"Zu bedenken ist, dass das Anzeigeverhalten einen Einfluss auf die Statistik hat. Womöglich ist die Aufmerksamkeit für die Gefahr des Antisemitismus nicht überall gleich stark ausgeprägt", so Köditz.

Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa

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