Urlaubszeit ist Einbruchszeit: So macht man den Tätern das Leben schwer

Sachsen - In zwei Wochen starten die Sommerferien und damit die Haupturlaubszeit für die meisten Sachsen. Doch auch für Einbrecher beginnt damit die Saison und mancher Urlauber erlebt eine böse Überraschung bei der Heimkehr. Die Polizei gibt Tipps, damit es nicht so weit kommt.

Permanent geschlossene Rollläden oder Vorhänge sind für Einbrecher ein gutes Indiz, dass die Bewohner längere Zeit nicht zu Hause sind. (Symbolbild)
Permanent geschlossene Rollläden oder Vorhänge sind für Einbrecher ein gutes Indiz, dass die Bewohner längere Zeit nicht zu Hause sind. (Symbolbild)  © ricardoreitmeyer/123 RF

"Einbrecher sind das ganze Jahr über unterwegs und schauen nach günstigen Tatgelegenheiten. In den Sommermonaten könnten das die ganz offensichtlich verwaisten Wohnungen von Urlaubern sein, in den Wintermonaten machen sich die Diebe den Schutz der Dunkelheit zunutze", so ein LKA-Sprecher.

Im vergangenen Jahr war die Zahl der Wohnungseinbrüche in Sachsen rückläufig. Es gab 2831 Fälle, zum Vergleich: 2019 waren es 3040 Fälle und 2018 sogar 4001.

Ein Grund dafür ist die Corona-Pandemie mit Ausgangsbeschränkungen, Homeoffice und weniger Möglichkeiten in den Urlaub zu fahren.

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Doch jeder Einbruch ist einer zu viel, denn neben dem materiellen Schaden führen die Taten auch oft zu psychische Störungen bei den Opfern.

Die Polizei gibt Tipps, wie man die eigenen vier Wände sicherer und den Einbrechern das Leben schwerer machen kann.

Das muss man beachten, damit Einbrecher nicht auf die Wohnung aufmerksam werden:

Gekippte Fenster oder Terrassentüren stellen für Einbrecher kein Hindernis dar. (Symbolbild)
Gekippte Fenster oder Terrassentüren stellen für Einbrecher kein Hindernis dar. (Symbolbild)  © ginasanders/123 RF
  • Schließe Fenster, Balkon- und Terrassentüren auch bei kurzer Abwesenheit richtig. Haustüren immer abschließen. Gekippte Fenster und Terrassentüren sollten ebenso vermieden werden wie Türen, die einfach nur ins Schloss gezogen wurden. Für Einbrecher stellt das kaum ein Hindernis dar.
  • Permanent heruntergelassene Rollläden, geschlossene Vorhänge und volle Briefkästen sind ein deutliches Anzeichen für eine längere Abwesenheit, ebenso wie Anrufbeantworteransagen wie "Wir sind im Urlaub".
  • Ähnlich verräterisch ist ein lange nicht gemähter Rasen.
  • Bei Urlaubsgrüßen über die sozialen Medien sollte man bedenken, wer das alles sieht. "Auch hier finden potenzielle Einbrecher Anhaltspunkte zu temporär verwaisten Wohnungen", so das LKA.
  • Freunde, Verwandte oder Nachbarn können helfen, das Zuhause bewohnt aussehen zu lassen, in dem sie sich um den Briefkasten kümmern oder Rollläden/Vorhänge bewegen. Auch können sie Radio oder Fernseher zu regelmäßigen Zeiten einschalten.
  • Gartenmöbel und Co. sind praktische Einstiegshilfen für Einbrecher. Mülltonnen können ebenfalls zweckentfremdet werden und sollten deshalb am Standort gesichert werden.
  • Richtigen Einbruchsschutz wie mechanische und elektronische Sicherungstechnik verwenden.
Mehr Tipps zu Sicherungsmaßnahmen gibt es unter polizei-beratung.de.

Falls es doch zu einem Einbruch kommen sollte, hilft eine ausreichende Hausratsversicherung, um sich gegen den finanziellen Schaden abzusichern. Wer sich bei dem Thema nicht sicher ist, bekommt Hilfe bei den Versicherungen oder auch der Verbraucherschutzzentrale.

2020 wurde in Sachsen jeder vierte Einbruch aufgeklärt und mehr als 750 Täter ermittelt. Doch auch der Einbruchsschutz zeigt Wirkung, denn bei mehr als 44 Prozent der Einbrüche bleibt es bei einem Versuch.

Titelfoto: ricardoreitmeyer/123 RF

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