Verbotene Querdenker-Demo, Funk-Panne, Chaos, Gewalt: Aber Innenminister ist "dankbar"

Dresden - Die sächsische Sicherheitspolitik setzt sich offenbar kleine Ziele: Weil beim Polizeieinsatz am vergangenen Wochenende keine Regierungsgebäude oder das Impfzentrum gestürmt wurden, ziehen Innenminister Roland Wöller (50, CDU) und Landespolizeipräsident Horst Kretzschmar (61) ein positives Fazit.
Landespolizeipräsident Horst Kretzschmar (61, l.) und Innenminister Roland Wöller (50, CDU) zeigten sich zufrieden mit dem Einsatz.
Landespolizeipräsident Horst Kretzschmar (61, l.) und Innenminister Roland Wöller (50, CDU) zeigten sich zufrieden mit dem Einsatz.  © Sebastian Kahnert/dpa

Allerdings erschwerte eine mysteriöse Funkpanne den Einsatz. Nun wird ermittelt, was dahinter steckt. Gerade als ein aggressiver Mob in die Innenstadt zog, war plötzlich Funkstille: "Gegen 13.45 Uhr kam es zum Ausfall einer Basisstation des digitalen Polizeifunks", sagte Landespolizeipräsident Kretzschmar.

"Gegen 15.36 war sie behoben." Getroffen hatte es die Station auf dem Dach der Polizeidirektion, genau diese deckt die Innenstadt ab. Einsatzkräfte mussten auf ihre Smartphones umsteigen.

Es war genau die Zeit, zu der sich rund 300 Personen, angeführt von Aktivisten der "Identitären Bewegung", vom Zwingerteich aus in Richtung Prager Straße aufmachten. Dort kam es zu Angriffen auf die Polizei. Warum die Station ausfiel, muss noch geklärt, werden.

Ansonsten zeigt sich der Landespolizeipräsident aber zufrieden: "Das polizeiliche Ziel am Samstag wurde erfüllt", sagte Kretzschmar. "Wurden Regierungsgebäude beschädigt? Nein!"

Innenminister Roland Wöller erstaunt über die Aggression

Ohne Abstände und Masken sammelten sich trotz Verbots über 1000 Pandemie-Leugner in Dresden.
Ohne Abstände und Masken sammelten sich trotz Verbots über 1000 Pandemie-Leugner in Dresden.  © Sebastian Kahnert/dpa

Zudem seien alle, die gegen das Demonstrationsverbot verstoßen haben, bestraft worden.

Der Innenminister sieht wenig Kritik: "Ich bin dankbar, dass der Polizeieinsatz so gelaufen ist", sagt er. Auch an der Entscheidung der Versammlungsbehörde, an der Devrientstraße eine rechtsextreme Kundgebung zuzulassen und damit einen legalen Anlaufpunkt zu schaffen, sah er nichts auszusetzen.

Allerdings zeigt Wöller sich erstaunt über die Aggression: "Es ist schon eine Überraschung mit welcher Gewalt und mittelältere und ältere Personen unterwegs waren", so der Innenminister.

Allerdings hatte eine ähnliche Altersgruppe sich schon an den Attacken auf die Polizei im November vergangenen Jahres in Leipzig beteiligt.

Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa

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