Verdächtig gute Jobs! Immer mehr Anwärter für Sachsens Polizei

Dresden - Die Zahl der Polizeianwärter steigt endlich wieder. 
Hier wird die Schulbank gedrückt: Immer mehr wollen bei der Polizei arbeiten.
Hier wird die Schulbank gedrückt: Immer mehr wollen bei der Polizei arbeiten.  © Georg Ulrich Dostmann

Laut Statistischem Bundesamt hat sich die Zahl bei der Polizei von Bund und Ländern seit 2010 mehr als verdoppelt - auch in Sachsen

Dort sogar in noch kürzerer Zeit. Im Januar etwa wurden 697 Anwärter bei der Landespolizei vereidigt - doppelt so viele als noch vor nur sechs Jahren.

Die Aufnahmehürden für die "verdächtig guten Jobs" (Eigenwerbung der Polizei) sind hoch. Erfolge im Ausdauerlauf und Liegestütze reichen als Qualifizierung längst nicht aus. Wer zur Polizei geht, muss eine stabile Psyche und eine gefestigte Persönlichkeit mitbringen.

3775 Landespolizisten schieben derzeit Streifendienst auf Sachsens Straßen. Sie müssen viel aushalten. 

Das gelingt nicht immer, wie der verbale Ausrutscher eines Einsatzleiters am vergangenen Sonntag nach einer Demo gerade zeigte (TAG24 berichtete). 

Sachsens Innenminister Roland Wöller (50, CDU) vereidigte im Januar dieses Jahres knapp 700 Anwärter.
Sachsens Innenminister Roland Wöller (50, CDU) vereidigte im Januar dieses Jahres knapp 700 Anwärter.  © dpa/Sebastian Kahnert

Anwärter wird auf seelische Gesundheit und Belastbarkeit untersucht

Polizei-Einsatz bei Demos: Für den Job ist eine stabile Psyche Voraussetzung.
Polizei-Einsatz bei Demos: Für den Job ist eine stabile Psyche Voraussetzung.  © Erz-Foto/Georg Ulrich Dostmann

Gegen den Polizisten wurde kein Verfahren eingeleitet. Insgesamt ist die Zahl der Disziplinarverfahren gegen Polizeibeamte gestiegen. 2018 waren es 103, 2019 schon 114.

Streng ist auch die dreitägige Prüfung der Anwärter: Gleich am ersten Auswahltag wird ein computergeschützter Persönlichkeitstest gemacht.

"Mit diesem Persönlichkeitstest wird festgestellt, ob Bewerber mit ihrer Haltung und ihrem Charakter grundsätzlich geeignet sind, der Achtung und dem Vertrauen, das die Bevölkerung der Polizei entgegenbringt, auch gerecht zu werden.", so Mario Stenzel, Sprecher des Sächsischen Innenministeriums.

Die persönliche Kompetenz wird am zweiten Tag mittels einem Gruppen- und Einzelgespräch getestet. Die polizeiärztliche Untersuchung am dritten Tag beinhaltet eine Bewertung, ob der Anwärter seelisch gesund und belastbar ist.

Titelfoto: Erz-Foto/Georg Ulrich Dostmann/dpa/Sebastian Kahnert

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