Verfluchte Trockenheit! Sachsens Bauern rechnen mit Einbußen

Dresden/Leipzig - Kein Regen, wenig Ertrag: Die Ernte wird in diesem Jahr erneut durchwachsen ausfallen. Das geht aus einer Prognose des Deutschen Bauernverbands hervor, die Präsident Joachim Ruckwied (58) bei einer Pressekonferenz zum Auftakt der Getreideernte am Donnerstag in Kitzen bei Leipzig vorstellte.

Die Getreideernte hat begonnen: Gerste ist als erstes an der Reihe.
Die Getreideernte hat begonnen: Gerste ist als erstes an der Reihe.  © Dirk Knofe

In Sachsen seien dafür späte Fröste und das viel zu trockene Frühjahr verantwortlich, so Rukwied. Selbst der regenreiche Februar habe die fehlenden Niederschlagsmengen der vergangenen Jahre nicht ausgleichen können.

Der Verband rechnet bei Getreide mit einer Gesamtmenge von 43 Millionen Tonnen. Damit liegen die Erwartungen zwar nur leicht unter dem Schnitt der Jahre 2015 bis 2019 und rund vier Prozent unter dem Vorjahresergebnis.

Entwarnung also? Keineswegs, zumal mit einer sehr großen Streuung, auch innerhalb einzelner Regionen zu rechnen sei. 

Das Leipziger Umland etwa habe gleich mit einem doppelten Problem zu kämpfen, sagte Hans-Uwe Heilmann (62), Betriebsleiter der Agrargenossenschaft Kitzen. 


Bauernverband: Versorgung der Bevölkerung ist trotzdem sichergestellt

Die Ernteaussichten für dieses Jahr sind laut dem Präsidenten des Bundesbauernverbandes, Joachim Rukwied (58), nicht rosig.
Die Ernteaussichten für dieses Jahr sind laut dem Präsidenten des Bundesbauernverbandes, Joachim Rukwied (58), nicht rosig.  © Dirk Knofe

Zum globalen Klimawandel geselle sich ein lokaler. Durch den Tagebau habe sich nicht nur der Grundwasserspiegel extrem abgesenkt, auch Regenereignisse seien seltener geworden. 

Sachsen, und hier vor allem Leipzig mit den qualitativ schwächsten Böden im Freistaat, sei, neben Brandenburg, am stärksten im Osten Deutschlands von der Dürre betroffen, ergänzte Torsten Krawczyk (45), Präsident des Sächsischen Landesbauernverbandes. 

Parallel dazu machen den Bauern Einschränkungen bei der Schädlingsbekämpfung und der Preisdruck an den Börsen zu schaffen. Die Preise liegen derzeit in fast allen Sparten mindestens 30 Euro pro Tonne unter den Werten von 2019 und weit unter denen, die noch vor Jahren auf dem Markt erzielt werden konnten. 

Für die Tonne Weizen erlösen die Bauern aktuell rund 160 Euro. 

Bei allen Problemen sei positiv anzumerken dass die Versorgung der Bevölkerung trotz der leichten Ernteeinbußen gesichert sei, so Joachim Rukwied zusammenfassend. 

Titelfoto: Dirk Knofe

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