Viel Arbeit für die Behörden: Die große Knöllchen-Bilanz der Corona-Sünder

Dresden - Während die einen zur Untätigkeit verdammt waren, stapelten sich bei Polizei und Justiz die Aufgaben: 6 684-mal mussten die Behörden wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz eingreifen. Ein Kraftakt und doch auch ein Zeichen, dass die meisten Sachsen sich an die Beschränkungen hielten.

Im April kontrollierte die Polizei regelmäßig auf den Elbwiesen, ob der Abstand eingehalten wurde.
Im April kontrollierte die Polizei regelmäßig auf den Elbwiesen, ob der Abstand eingehalten wurde.  © Ronald Bonss

Grillpartys, Gruppentreffen an Stränden oder im Park: Was eigentlich bei jedem Sonnentag selbstverständlich ist, wurde zwischen April und Mitte Mai zu einem Haupteinsatzgebiet. Insgesamt stellten die Ermittler zwischen 16. März und 2. Juli 2 362 Straftaten und 4 322 Ordnungswidrigkeiten fest. 

So öffnete ein Dresdner Wirt seine Kneipe im April trotz Verbots, kassierte dafür eine Anzeige, seine Gäste bekamen ein Bußgeld aufgebrummt.

"Die Maßnahmen waren teilweise sehr einschränkend und haben den Bürgern viel abverlangt", sagt Sachsens Innenminister Roland Wöller (49, CDU) und lobt die Disziplin der Bürger. 

"Das ist eine große gesellschaftliche Leistung."

Große Leistungen mussten auch die Verwaltungsgerichte vollbringen: 106 Eilverfahren und 93 Klagen gegen die Allgemeinverfügungen und die Corona-Schutzverordnungen des Landes gingen dort ein, mehr als die Hälfte sind bereits erledigt: 

"Die zügige Bearbeitung der Fälle zeigt, dass die Gerichte auch in Krisenzeiten handlungsfähig sind", so Sachsens Justizministerin Katja Meier (40, Grüne).

Titelfoto: Ronald Bonss

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