Viele haben keinen Urlaub mehr: Eltern-Proteste gegen Ferienverlängerung

Dresden - Kaum war die Meldung draußen, hagelte es Kommentare. Hundertfach, nein tausendfach. Die vorgezogene Verlängerung der Weihnachtsferien sorgt in Sachsen für große Aufregung.

Die letzte Schultag vor den Weihnachtsferien in Sachsen ist nun der 18. Dezember.
Die letzte Schultag vor den Weihnachtsferien in Sachsen ist nun der 18. Dezember.  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Im Netz äußerten sich zahlreiche Eltern mit zwei, drei oder vier Kindern. Berufstätig, teils im Schichtdienst, stehen sie nun vor dem Fest vor Problemen. "Urlaub alle, wir sind arbeiten", heißt es da etwa.

"Wir fordern die Politik auf, betroffenen Eltern von Kindern unter 16 Jahren für die zusätzlichen Ferientage unbürokratisch einen Anspruch auf bezahlte Freistellung zu ermöglichen", mahnte deshalb Sachsens Gewerkschafts-Chef Markus Schlimbach (55) an.

Viele Eltern hätten ihren gesamten Jahresurlaub bereits verplant. "Auch Home-Office ist für viele schlicht nicht möglich. Wenn der Staat Schulen schließt, muss er dafür sorgen, dass die Betreuung durch bezahlte Freistellung finanziert wird."

FDP-Landes-Chef Frank Müller-Rosentritt (38) sprach sich sogar vehement gegen diese Form der Schulschließungen aus.

Sei kein Präsenzunterricht erwünscht, müsse eben wieder auf digital umgestellt werden. "Das Kultusministerium hatte zur Vorbereitung lange genug Zeit. Wenn jetzt die Eltern wieder in der Pflicht sind, dann werden dem Arbeitsmarkt Kräfte entzogen!"

Titelfoto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

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