Wahl-Sachse Thomas Rodenbach knackt Amazon-Charts

Von Andreas Weihs

Radeberg - Für Thomas Rodenbach, Jahrgang 1972, klingt es noch immer fast unglaublich: Gemeinsam mit seinen Münchner Produzenten Paul Vanice & Dan Boujee knackt der Singer/Songwriter die Amazon-Charts. Der Münchner Wahl-Sachse lebt in Radeberg und ist auf Hit-Kurs. Radios interessieren sich für ihn. Auch auf Musik-Plattformen wie Spotify wird sein Song "Closer" von immer mehr Hörern angeklickt.

Singer-Songwriter Thomas Rodenbach komponiert auf dem Klavier, produzieren lässt er sich jedoch von Münchner DJs.
Singer-Songwriter Thomas Rodenbach komponiert auf dem Klavier, produzieren lässt er sich jedoch von Münchner DJs.  © Andreas Weihs

TAG24: Thomas, Dein Song "Closer" entwickelt sich gerade zum Hit. Wie kam es dazu?

Thomas Rodenbach: Es fing an in den Amazon-Charts. Da waren wir Aufsteiger des Tages auf Platz 1. Bei der Promo haben wir einen besonderen Fokus auf Amazon gesetzt, so dass der Song von den Hörern stärker wahrgenommen wurde. Das ist natürlich sehr medienwirksam, weil wir uns als Newcomer zwischen viele etablierte Acts reingemogeln konnten.

TAG24: Wie hast Du die DJs Paul Vanice & Dan Boujee kennengelernt, mit denen Du "Closer" aufgenommen hast?

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Thomas Rodenbach: Ich wollte eine neue musikalische Richtung auszuprobieren, etwas moderner klingen und habe mir dazu bewusst zwei Produzenten ausgesucht, die mit Mitte 20 noch recht jung sind. Vor etwa zwei Jahren haben wir uns das erste Mal getroffen und auf Anhieb verstanden.

TAG24: Wie nutzt Ihr die neue Medien-Popularität?

Thomas Rodenbach: Wir haben mit Sevenus ein gutes Label zur Seite, das dieses Thema aufgreift. So eine Platzierung ist immer ein gutes Argument für das Radio. Für mich ist wichtig, dass ich eine gewisse Reichweite bekomme. Ich möchte den Leuten ja den Song nicht aufzwingen, aber ich will wissen, ob den Hörern das Lied gefällt. Dafür muss er erst einmal sichtbar sein. Und das haben wir jetzt geschafft.

TAG24: Welche Bedeutung haben Portale wie Amazon oder Spotify?

Thomas Rodenbach: Die kann man heute leider nicht mehr wirklich vernachlässigen, weil Spotify mittlerweile eine große Marktmacht besitzt. Die Entscheider bei den Labels schauen dort auch immer wieder nach, was bringst du als Künstler mit an Hörern, an Followern. Es ist immens wichtig, dort gut aufgestellt zu sein.

Akustik-Version zu "Closer"

Thomas Rodenbach zog mit Freundin Janine im Dezember 2020 nach Radeberg

Aus Liebe zur Dresdnerin Janine wurde der Münchner Rodenbach zum Wahl-Sachsen.
Aus Liebe zur Dresdnerin Janine wurde der Münchner Rodenbach zum Wahl-Sachsen.  © Andreas Weihs

TAG24: Wie findest Du diese Entwicklung persönlich?

Thomas Rodenbach: Ich wünsche mir etwas mehr vom Geist der 80er-Jahre zurück, weil ich da musikalisch sehr stark verwurzelt bin. Es war deutlich unverfälschter als heute. Die Musik ist viel schnelllebiger geworden. Ich würde mir wünschen, dass man sich wieder auf Künstler fokussiert, die auch etwas können, um die Musik etwas nachhaltiger und langfristiger zu etablieren. Wie viele Tausende Songs werden heutzutage bei Spotify einfach rein gekippt? Du weißt als Hörer gar nicht mehr, was du anklicken sollst. Das ist für den Künstler einerseits eine Chance, aber auf der anderen Seite geht aus meiner Sicht auch sehr viel verloren.

TAG24: Wie würdest Du Deine aktuelle Musik selbst beschreiben?

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Thomas Rodenbach: Ein Musikverleger sagte mir mal: Du bringst deine Seele in die Songs. Musikalisch ist es Pop, vom Songwriting her sind immer noch viele Elemente der Achtziger hörbar. Ich schreibe die Songs selber am Klavier, durch die Produktion der DJs sind kraftvoller.

TAG24: Du hast 2014 Deine Frau Janine, eine gebürtige Dresdnerin, kennengelernt, 2017 kam Eure erste Tochter Luna, 2018 habt Ihr geheiratet, und 2019 kam Eure zweite Tochter Vivian zur Welt. Warum zog es Euch nach Sachsen?

Thomas Rodenbach: Nachdem wir einige Zeit in München als Familie gelebt haben, beschlossen wir, uns irgendwo sesshaft zu machen und suchten nach finanzierbaren Möglichkeiten für ein Haus. Das fanden wir hier in Radeberg, wo wir seit Dezember 2020 wohnen. Kurz vor Weihnachten sind wir eingezogen. Wir fühlen uns hier sehr wohl und leben unseren Traum als Familie in der Natur.

Thomas Rodenbach bereut es, so lang mit einem Besuch in Dresden gewartet zu haben

Rodenbach über sein neues Leben in Radeberg: "Wir fühlen uns hier sehr wohl und leben unseren Traum als Familie in der Natur."
Rodenbach über sein neues Leben in Radeberg: "Wir fühlen uns hier sehr wohl und leben unseren Traum als Familie in der Natur."  © Andreas Weihs

TAG24: Was ist es, das für Dich das Leben hier ausmacht?

Thomas Rodenbach: Mir wurde schon oft im Bekanntenkreis gesagt, wie schön Dresden ist und dass ich da unbedingt mal hinmüsste. Ich habe es bereut, dass ich so lange gewartet habe, weil mich die Stadt so begeistert hat. Die Atmosphäre, die alten Bauten, das Stadtbild – all das begeistert mich heute noch. In gewissem Sinne bin ich auch stolz, hier zu wohnen, weil es eine schöne Stadt ist, und sehr lebenswert. Die Dresdner, die ich kennengelernt habe, sind sehr offen und sehr natürlich. Ich glaube, dass ich jetzt hier mit meiner Familie am richtigen Ort bin.

TAG24: Konntest Du schon Kontakte zur Sächsischen Musikszene knüpfen?

Thomas Rodenbach: Das ist tatsächlich etwas, was demnächst ansteht. Nachdem ich jetzt privat angekommen bin, werde ich mich auch intensiver mit der Musikszene in Dresden und Umgebung auseinandersetzen. Die Schlössernacht ist mir ein Begriff, die auch eine gewisse Plattform bietet für Musiker. Ich muss mich mit dieser Szene erst einmal vertraut machen, und bin neugierig, was es hier alles gibt.

TAG24: Wie geht es jetzt für Dich als Künstler weiter?

Thomas Rodenbach: Für mich ist es wichtig gute Songs zu schreiben, die auch modern klingen. Mein Wiedererkennungswert ist einerseits natürlich meine Stimme, aber das andere sind die Elemente aus den achtziger Jahren. Ich bin ein Kind der Achtziger und ich möchte diese Vibes in die aktuelle Welt rüberretten.

Titelfoto: Andreas Weihs

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